Zum 100. Geburtstag
Bruno Grönings - ein multimedialer Rundgang
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Einleitung
"Ich bin immer dort, wohin
mich Menschen rufen,
die meiner bedürfen und die nach mir verlangen."
Dieser Ausspruch Bruno Grönings könnte auch als Motto über seinem ganzen
Leben stehen. Das Wohl seiner Mitmenschen, das Wohl derer, die sich Hilfe
suchend an ihn wandten, war ihm immer das Wichtigste. Er war stets bestrebt
zu helfen, wo er nur helfen konnte.
So hat er nach dem 1. Weltkrieg mit ein paar Kameraden in Danzig einen
Jugendring gegründet, um durch Sammeln von Bekleidungsstücken,
Nahrungsmitteln und Geldspenden den Ärmsten zu helfen. Nach dem 2. Weltkrieg
organisierte er mit wenigen Helfern in vielen Gemeinden Hessens ein
Hilfswerk für Vertriebene und bot mit seinen notdürftig improvisierten
Hilfeleistungen vielen Flüchtlingsfamilien einen ersten Lichtblick nach
einer harten und erbarmungslosen Zeit.
Max Bruhn, ein Nachbar und Freund aus Danzig schrieb einmal über seine
Erlebnisse mit Bruno Gröning in den 30er Jahren:
"Bruno Gröning hat schon damals nie an sich gedacht, sondern sein
oberstes Gebot galt seinen Mitmenschen, ihnen zu helfen und neue Kraft zu
geben. Es war ihm ganz gleich, ob jemand ein Anliegen auf Gesundung hatte
oder andere Hilfe brauchte oder ob er unschuldig mit den bestehenden
Gesetzen in Konflikt geraten war. So manches Mal hat er auf seinen Schlaf,
auf seinen Verdienst verzichtet. Es gab für ihn nur das eine: Helfen. Oft
wurde er schon damals zu Kranken gebeten, die ihn, ja sogar nachts, um Hilfe
anflehten. Aber nie hat er, ganz gleich was es war, auch nur einen Pfennig
dafür genommen. Im Gegenteil, er hat sogar noch sein letztes Geld, was er
besaß, diesen Menschen gegeben. Selbst wenn jemand sich für irgendeine Tat
bedankte, wies Bruno Gröning den Dank zurück und sagte u. a., dass dieser
diesen Dank dadurch anbringen möge, indem er auch bei seinen Mitmenschen
Gutes tue. In vielen Fällen durfte ich sein Begleiter sein und mich von
seinen Taten überzeugen."
Als Bruno Gröning im Frühjahr 1949 als "Wunderdoktor von Herford" bekannt
wurde, setzte innerhalb weniger Tage ein Massenansturm ein, wie man ihn sich
kaum vorstellen kann. Es war, als hätten die Kranken nur darauf gewartet,
dass endlich einer kommt, der ihnen hilft, der ihre Not lindert und ihnen
die Schmerzen abnimmt.
Von überall her kamen sie – aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, aus
Belgien, England, selbst aus den USA. Eine "Heerschau des Elends", so
bezeichnete später einmal ein Reporter der Wochenschau die
Massenzusammenkünfte am Rosenheimer Traberhof, eine Ansammlung
unbeschreiblichen Leids.
 Es war kurz nach dem Krieg. Von Wirtschaftswunder und Wohlstand war noch
keine Rede. Überall waren die Spuren der großen Zerstörung noch sichtbar.
Für viele Menschen ging es nach wie vor ums nackte Überleben. Kaum einer
hatte die Traumata des Krieges überwunden. Das seelische Leid, die Angst,
die Verzweiflung, der Hass – das alles drückte die Menschen unerbittlich.
Aber auch die geschundenen Körper, die versehrten Glieder, die in brennendem
Schmerz dahin siechenden Leiber schrieen nach Erlösung, nach Licht in der
Finsternis, nach ein bisschen Liebe und Menschlichkeit und vor allem nach
Hilfe und Rettung.
In diesem Umfeld verbreitete sich die Kunde vom "Wunderdoktor", wie die
Presse ihn bald nannte, vom "Wunderheiler" Gröning wie ein Lauffeuer. Alle,
die geschlagen schienen, die keine Hoffnung mehr hatten, denen keiner mehr
helfen konnte, die horchten nun auf, die setzten sich in Bewegung, schöpften
wieder Hoffnung, schöpften Glauben. Sie strömten herbei, drängten zu ihm und
flehten ihn um Hilfe an. Und er nahm sich ihrer an, wendete sich ihnen zu
und sprach die erlösenden Worte, nach denen alle so lange gedürstet hatten:
"Euer Flehen und Bitten zum Herrgott war nicht umsonst."
"Geben Sie mir Ihre Krankheit! Geben Sie mir Ihre Sorgen! Sie werden
damit nicht fertig. Ich trage sie für Sie. Mein Rücken ist breit."
"Alle Menschen, gleich welcher Nation, Rasse oder Religion, sind es
wert, dass ihnen geholfen wird. Wir sind alle Kinder Gottes und haben nur
einen Vater und das ist Gott. Er allein kann helfen aus der Not und aus dem
Elend, das wir tragen müssen. Nach Seinem Willen wird alles geschehen."
"Ich spreche Sie hiermit alle im Namen Gottes gesund."
Was dann geschah, war erschütternd. Das Elendsheer wurde verwandelt, die
Kranken wurden gesund, die Leidenden glücklich. Angst und Hass verschwanden.
Vor den Augen der staunenden Menge wurde eine Kraft wirksam, eine Macht
sichtbar, eine Allmacht, die sie alle nicht mehr kannten, die sie noch nie
erlebt hatten. Lahme konnten plötzlich wieder gehen, Blinde wieder sehen und
den Aufgegebenen wurde ein neues Leben geschenkt.
Es spielten sich Szenen ab, die nur schwer nachzuvollziehen sind, die
sich nur schwer beschreiben lassen. Das Unfassbare, das Unmögliche, das
Unbeschreibliche – es geschah. Was sich vorher niemand hätte vorstellen
können, was niemand für möglich gehalten hätte, es wurde plötzlich
Wirklichkeit und ist seitdem Wirklichkeit geblieben.
Inzwischen sind viele Jahre vergangen. Die Geschehnisse des Jahres 1949
sind zu historischen Ereignissen geworden. Doch die Heilungen und die Hilfen
geschehen weiter. Es ist nichts Abgeschlossenes, nichts, was vorbei ist,
nichts, was an die Zeit oder an den Körper Bruno Grönings gebunden gewesen
wäre. Es ist keine schöne Geschichte, an die man sich wehmütig
zurückerinnert, der man nachtrauert, weil es schon so lange vorbei ist.
Nein. Es ist nicht vorbei! Es geht weiter! Es ist heute so gegenwärtig wie
damals. Es geschieht heute das gleiche wie damals.
Der Geburtstag Bruno Grönings jährt sich 2006 zum 100. Mal. Hundert
ereignisreiche Jahre sind seit seiner Geburt vergangen. Zwei Weltkriege,
kalter Krieg und Wiedervereinigung, unzählige Katastrophen,
unbeschreiblicher Raubbau an der Natur. Elend, Not und Schmerzen beherrschen
immer noch die Welt. Wie kann hier noch Rettung werden?
Doch die Rettung ist zum Greifen nah, die Erlösung hat sich bereits
vollzogen und greift nun immer weiter um sich. Sie wächst und wächst. So wie
die größten und stärksten Bäume aus den kleinsten Samenkörnern Jahr für Jahr
zu ihrer wahren Größe emporwachsen, so wächst auch das Werk der Erlösung,
das Werk Bruno Grönings.
Als Bruno Gröning 1959 gestorben war, schien klar zu sein: Es ist vorbei.
"Endlich hat der Spuk ein Ende", mögen manche gedacht haben. Nur wenige
blieben übrig, hielten die Treue, glaubten weiter. Doch aus diesen Wenigen
wuchs es empor. Sie waren der Boden, in dem das Samenkorn aufgehen und zu
neuem Leben erwachen konnte, in dem es austreiben und das zarte Pflänzchen
aufkeimen lassen konnte. Zaghaft verließ es den schützenden Boden und erhob
sich mit grünen Zweiglein und ersten Blättern, wuchs und wurde mit jedem
Jahr kräftiger, stärker, der Stamm festigte sich. Zwar rüttelten immer
wieder Stürme an dem aufkeimenden Baum, zausten seine Blätter, drückten den
Stamm zur Erde. Doch sie vermochten nicht, ihn zu knicken. Das welke Laub
zerstob, aber der kräftige Stamm wurde nur noch stärker.
Heute steht der Baum in vollem Saft, hat Wurzeln getrieben über die ganze
Erde, auf allen Kontinenten, quer durch alle Kulturen und Religionen.
Überall sind Herzen, die sich geöffnet haben, die Erlösung erlebt haben und
die Erlösung weitergeben wollen. Und überall geschehen Heilungen, Heilungen,
Heilungen.
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