Mit 22 Jahren habe ich gleich beim ersten Mal in einem Spiellokal umgerechnet 2500 Euro gewonnen. Seitdem zog es mich mindestens einmal in der Woche an die Geldspielautomaten. Ich wollte immer mehr gewinnen, es reichte mir nicht und ich konnte diesem Spieldrang nicht widerstehen. Nach zwei Jahren wurde mir bewusst, dass ich spielsüchtig war. Zuletzt ging ich bis zu acht Mal im Monat zum Spielen. Ich lieh mir notfalls Bargeld von anderen Spielern, wie in diesen Kreisen üblich. Vor Familie und Freunden verbarg ich peinlich genau diese schon elf Jahre andauernde Spielsucht.
Am 13. November 2004 wurde ich in die Lehre Bruno Grönings eingeführt. Anschließend verspielte ich in einem Spiellokal mein ganzes Bargeld von rund 300 €. Seitdem habe ich kein einziges Mal mehr gespielt. Es kommt mir so vor, als wäre etwas aus meiner „Festplatte“ gelöscht worden. Ich verspüre keinen Drang mehr zu spielen. An diesem Tag wurde ich von dieser schrecklichen Sucht befreit.
Vom 16. Lebensjahr an ließ ich mir im Laden alles reservieren, was
wöchentlich an Gespenster-, Spuk- und Horrorcomics erschien. Ich musste
das einfach haben und lesen, eilte nach Hause, verschlang alles so
rasch wie möglich, sogar auf der Toilette, so sehr fesselten mich diese
Geschichten über Geistergestalten, die Menschen quälten. Ich las alles
mehr als nur einmal, sammelte es und wenn ich beim Lesen gestört wurde,
rastete ich regelrecht aus. Ab dem 21. Lebensjahr begann die
Leidenschaft für Horrorfilme, die mir nicht schaurig und blutrünstig
genug sein konnten. Ich kaufte mir die ganze grausige Palette solcher
Videos, schaute mir alles mehrfach an, fast jede Nacht. Bei den
schlimmsten Szenen sah ich fort, vergrub das Gesicht zwischen den
Beinen. Alles verkrampfte sich in mir und ich fror stets dabei, aber
aufzustehen oder gar den Film auszuschalten, dazu war ich nicht in der
Lage. Wie gelähmt musste ich immer noch das Ende mitbekommen. Ich hatte
auch immer Angst im Dunkeln. Es mußte im Flur ein Licht brennen und ich
schlief sehr schlecht. Warum ich mir das alles antat, darauf wusste
ich, auch meinem Mann gegenüber, keine Antwort.
Im Alter von 31 Jahren am 24. Juni 1995 wurde ich in die Lehre Bruno
Grönings eingeführt und war von hier auf jetzt von dieser langjährigen
Horrorabhängigkeit befreit. Nie mehr danach las ich derartige Comics
oder sah mir solche Filme an, kaufte nichts nach und gab meine
Sammlungen Kartonweise aus dem Haus. Ich brauchte es nicht mehr. Heute
ängstigt mich das Dunkle nicht mehr..