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Im Laufe des Sommers 1987 entwickelte sich bei mir ein Taubheitsgefühl in den Füssen und im Unterleib. Ich empfand dort kein "echtes" Gefühl mehr, die geringste Berührung verursachte schneidende Schmerzen. Ich spürte eine grosse Unsicherheit beim Gehen, und es traten Gleichgewichtsstörungen auf. Ausserdem hatte ich starke Schmerzen, vor allem im linken Bein. Es traten auch verschiedene Missempfindungen in den Beinen auf. Hinzu kamen noch Sehstörungen: Im rechten Auge war ein 5 cm breiter Streifen einfach schwarz. Als ich dann eines Morgens Anfang Oktober mit hexenschussartigen Schmerzen, Übelkeit und Schwäche aufwachte, ging ich endlich zu dem Neurologen, zu dem mich mein Hausarzt überwiesen hatte. Er veranlasste eine Liquoruntersuchung im Krankenhaus, durch die die Diagnose Encephalomyelitis disseminata (Multiple Sklerose) bestätigt wurde. Trotz Cortisongaben dauerte es über 3 Monate, bis sich mein Zustand wieder besserte. Beim zweiten Schub im Februar 1989 war ich eine Zeitlang bettlägerig, das Taubheitsgefühl war im ganzen Körper, und ich hatte Lähmungserscheinungen in den Beinen. Der Unterleib war so gefühllos, dass ich nicht spürte, ob ich zur Toilette musste. Beim dritten Schub im Mai 1990 waren die Lähmungen so stark, dass ich nur noch mit kleinsten Schrittchen wenige Meter weit gehen konnte. Die Schübe dauerten jeweils etwa 3 Monate, ich bekam jedesmal Cortison, das danach immer langsam abgesetzt wurde. Auch zwischen den Schüben litt ich unter Gehunsicherheit, Kraftlosigkeit, Missempfindungen und Schmerzen in den Beinen und wurde immer sehr schnell müde. Die Streifen in den Augen traten auch sporadisch auf. Etwa 3 Monate nach meiner Einführung in die Lehre Bruno Grönings im Juli 1990 war plötzlich die Kraft in den Beinen und das "echte" Gefühl wieder da. Danach traten hin und wieder Missempfindungen, Ziehen in den Beinen und Streifen in den Augen auf. Im Sommer 1991 konnte ich für 3 Monate zeitweise nicht sprechen und schreiben. Auch war die ganze rechte Körperhälfte wie nicht existent. Dann trat plötzlich eine sehr schnelle Besserung ein, und seit Oktober 1991 sind alle Symptome bis heute völlig verschwunden.