Um Hilfe bitten
Als Krankenschwester kümmerte sie sich viele Jahre ihres Lebens um das Wohl ihrer Patienten. Sie machte ihre Arbeit gern und hingebungsvoll, auch wenn sie anstrengend war, insbesondere körperlich, denn häufig tat ihr nach der Arbeit der Rücken weh.
Im März 1994 musste sich die 1950 geborene Frau selbst unter Messer begeben, eine kleinere Operation (die nichts mit ihrem Rücken zu tun hatte) wurde nötig. Danach verstärkten sich die Schmerzen im Lendenwirbelbereich mit Ausstrahlung in das rechte Bein, das sich sehr oft verkrampft anfühlte. Die Schmerzen verschwanden nicht wieder, sie wurden stärker. »Nachts wachte ich zehn- bis fünfzehnmal auf, weil jede kleine Drehbewegung im Liegen solch heftigen Schmerz auslöste. Ich konnte nicht mehr auf dem Rücken mit ausgestreckten Beinen liegen, sondern nur noch auf der Seite mit angezogenen Beinen«, schildert Frau Koch den Beginn von sechs schmerzhaften Jahren.
Bewegungseinschränkungen hatte sie zu diesem Zeitpunkt keine. Durch ihre körperlich belastende Arbeit als Krankenschwester in der ambulanten Krankenpflege hatte sie oft Rückenschmerzen gehabt. Rückenschmerzen nach längerem Auf-den-Beinen-Sein oder nach anstrengenden Arbeiten kannte sie gut, doch dieser heftige Schmerzzustand war ihr völlig neu. Der Schmerz saß in der Lendenwirbelsäule. »Ich versuchte damals mit einem kinesiologisch arbeitenden Therapeuten herauszufinden, was die mentalen Ursachen für die Schmerzen gewesen sein könnten. Auch bei einem Heilpraktiker habe ich über die Homöopathie Hilfe und Linderung gesucht. Beides hat mir keine nennenswerte Erleichterung gebracht. « Zum Orthopäden ging sie erst im Mai 1995, also rund ein Jahr später. Die Diagnose lautete: Ischialgie.
Die Schmerzen wurden nicht weniger, sondern verstärkten sich ganz allmählich. Da sie weiterhin als Krankenschwester in der ambulanten Krankenpflege arbeitete, musste Frau Koch sehr häufig Schmerzmittel einnehmen, um überhaupt durchhalten zu können. Sie versuchte alles, um Linderung zu erlangen, z.B. die Anwendung mentaler Techniken wie Meditation, Visualisierung und Affirmationen.
Im April 1998 wurde sie nochmals operiert (kein Problem zu den Rückenproblemen). Wieder sofort nach der Operation verstärkten sich die rechtsseitigen Ischiasschmerzen ganz wesentlich. Durch eine Röntgenaufnahme beim Orthopäden im Mai 1998 wurde ein zwei- bis dreigradiges Wirbelgleiten mit hochgradiger Bandscheibenabnutzung zwischen dem letzten Lendenwirbel und dem Kreuzbein diagnostiziert. »Diese Diagnose und die ernste Mahnung des Orthopäden, meine Rückenmuskulatur zu stärken, haben mich veranlasst, auch zu Hause meine Muskelübungen, z.B. mit einem Theraband, zu machen. « Von diesem Zeitpunkt an erzeugte jede Lageveränderung der Wirbelsäule, etwa der Wechsel vom Liegen zum Stehen, einen bis in den großen Zeh ziehenden Schmerz im rechten Bein, der oft stundenlang anhielt, und sie hatte ständig Schmerzen im unteren Rücken und in der rechten Gesäßhälfte. »Die Schmerzen waren jetzt ständig da, und ich habe mich oft gefragt, wie das wohl weitergehen soll in meinem Leben. In meine Zukunft schaute ich mit Sorge und Angst. Ich musste sehr häufig Schmerzmittel nehmen, um meine Arbeit als Krankenschwester tun zu können. Wenn die Schmerzen zu arg waren, spritzte der Orthopäde direkt in den Wirbelsäulenbereich, was mir meist nur an diesem Tag Erleichterung verschaffte. Zusätzlich bekam ich Krankengymnastik verordnet. Diese Behandlung bekam ich bis Ende Januar 2000. « Ab Juni 1998 besuchte Frau Koch zusätzlich monatlich mindestens einmal einen chiropraktisch arbeitenden Arzt, der sie immer wieder in der Hoffnung bestärkte, dass schon wieder alles gut gehen würde. Die Behandlung bezahlte sie aus eigener Tasche. Doch auch hier brach sie im Januar 2000 die Behandlung ab, weil sie nicht den gewünschten Erfolg brachte.
»Das Aufstehen morgens war immer sehr schwierig, und manchmal konnte ich tagelang die Treppe ins Erdgeschoss nur rückwärts hinuntergehen. Selbst das Heben der Kaffeetasse verursachte Schmerzen im Rücken. Der Zustand morgens nach dem Aufstehen war am schlimmsten. Da fühlte ich mich völlig steif, unbeweglich und voller Schmerzen. Es dauerte ein bis zwei Stunden, bis ich mich relativ schmerzarm bewegen konnte. Nur eine halbe Stunde lang konnte ich laufen oder stehen. Danach musste ich mich hinsetzen und meinen Rücken entlasten. Sitzen konnte ich nur noch in ganz gerader Haltung, also im rechten Winkel, weil sich sonst sofort der Ischiasnerv meldete. «
Im August 1998 musste Frau Koch eine Patientin allein aus einer sehr ungünstigen Position hochheben und konnte sich dann am nächsten Morgen fast gar nicht mehr rühren. Seit diesem Vorfall war sie krankgeschrieben. Auch ein Kuraufenthalt im Oktober 1998 sowie tägliche Rückengymnastik brachten keine wesentliche Änderung ihres Zustandes. Im Juni 1999, nach elfmonatigem Krankenstand, musste sie endgültig ihren geliebten Beruf als Krankenschwester aufgeben.
All die Jahre über hatte sich Christiane Koch zudem mit »Esoterik« beschäftigt. »Ich war schon 18 Jahre den geistigen Weg gegangen, hatte mich mit Esoterik beschäftig, und Meditation gehörte zu meinem Tagesablauf. « Begonnen hatte dieser Weg 1981. Der Geburt ihrer Tochter folgte eine Ehekrise. Damals lebte Frau Koch noch in der ehemaligen DDR, und Literatur zum Thema Lebenshilfe etc. gab es kaum. Die wenigen Bücher, die sie in die Hände bekam, sog sie auf wie ein Schwamm. »Das war eine völlig neue Sicht der Dinge. In mir wurde etwas wach. Ich wusste, das ist es. « Meditation half ihr über manche Krise hinweg, entscheidend zur Schmerzlinderung konnte sie aber nicht beitragen.
Zwei Tage vor ihrem 49. Geburtstag, am 14. Juli 1999, brachte ihr eine gute Freundin ein Faltblatt, in dem zu einem Vortrag einer Ärztin über »Heilung auf geistigem Weg durch die Lehre Bruno Grönings« eingeladen wurde. Organisiert wurde deren Veranstaltung durch deren wissenschaftlich-medizinische Fachgruppe. »Da ich für alles Geistige sehr offen war, ging ich zu diesem Vortrag und besuchte danach eine Gemeinschaftsstunde. « (Anm.: Eine Gemeinschaftsstunde ist ein örtlicher Zusammenschluss von Bruno Gröning-Freunden. In den Gemeinschaftsstunden wird die Lehre Bruno Grönings vermittelt; Erfolg werden berichtet, und die Freunde stellen sich gemeinsam ein. Bruno Gröning nannte den Empfang der göttlichen Heilkraft »das Einstellen. «)
Wie es ihr dabei ergangen ist, schildert sie folgendermaßen: »Wie oft hatte ich in den Jahren zuvor Gott in meinen Meditationen schon um Heilung gebeten, habe sie jedoch nie geschenkt bekommen. Und jetzt versuchte ich es also mit der Lehre von Bruno Gröning. Mein Wasserkopf voll geistigem Wissen versperrte mir in den nächsten Monaten den Zugang zu dieser Lehre. Ich wusste ja alles besser, ich hatte ja so viele Bücher gelesen und Seminare besucht, mein geistiger Hochmut war riesig. Ich besuchte die Gemeinschaftsstunden nicht mehr, weil ich ja meinte, ich hätte doch meine tiefe Beziehung zu Gott, ich wüsste alles besser, und ich brauche einen Bruno Gröning nicht dazu. Während des täglichen Einstellens bat ich schon um den Heilstrom, wie ich es im Bruno Gröning-Freundeskreis gelernt hatte, und ich öffnete die Hände. Viel gespürt habe ich jedoch nicht, und eine Besserung meines Zustandes trat auch nicht ein.«
Ende November 1999 hat es sie »innerlich ganz leise« wieder in die Gemeinschaftsstunde gerufen, und sie ist dieser Intuition gefolgt. Sie wurde jedoch wieder stark mit ihrem Widerstand, den kritisierenden Gedanken, konfrontiert. Mitte Dezember verschlechterte sich ihr Zustand nochmals über Nacht. Sie hatte auf einer sehr harten Matratze schlafen müssen, mit der Folge, dass sie nun in beiden Beinen starke Ischiasschmerzen hatte. Nur mit sehr starken Schmerzmitteln konnte sie sich bewegen. Nachts lag sie n Stufenlagerung. Der »Orthopäde meinte, dass nun wohl doch Wirbel durch eine Operation versteift werden müssten. Das wollte ich noch nicht. « 1999 wurde das schlimmste Weihnachtsfest ihres Lebens. Von Januar bis Anfang Februar 2000 suchte sie noch Hilfe durch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), wo sie dreimal mit Akupunktur und Kräutertees ambulant behandelt wurde. Anfang Januar saß sie wieder in der Gemeinschaftsstunde des Bruno Gröning-Freundeskreises. Sie war so verzweifelt wie noch nie in ihrem Leben. »Ich wusste nach einer so langen Odyssee des Leidens und des Hilfesuchens nicht, wie es weitergehen sollte. Da hatte ich das Bild Bruno Grönings vor mir, und ich bat ihn innerlich aus tiefstem Herzen. Bruno Gröning, wenn es dich wirklich gibt, und wenn es wahr ist, was hier über dich erzählt wird, dann hilf mir, meinen Widerstand fallen zu lassen! Hilf mir, mich wirklich mit ganz offenem Herzen auf dich einzulassen! Diese Bitte ist mir in dieser Stunde erfüllt worden. Ich saß da, alles geistige Kritisieren war weg, ich war einfach nur da, spürte den Heilstrom und hatte starke Regelungen im Rücken und in den Beinen, die ich nicht eine Minute ruhig halten konnte.. «
(Anmerkung: Nach der Lehre Bruno Grönings bedeutet Krankheit Unordnung im Körper. Durch Aufnahme der Heilkraft wird ein Reinigungsprozess in Gang gesetzt, der sich auch schmerzhaft äußern kann. Dabei können sogenannte »Regelungen« auftreten, die bereits zum Genesungsprozess gehören. Bei Regelungen können sich die Symptome – vergleichbar mit dem Phänomen der sogenannten »Erstverschlimmerung« in der Homöopathie – verstärken.)
»Bei mir verstärkten sich die Schmerzen. Von da an durfte ich erleben, wie ich bei der Kraftaufnahme, dem Einstellen, in den nächsten vier Gemeinschaftsstunden jedes Mal heftige Regelungen im Rücken und in den Beinen hatte und wie die Schmerzen schrittweise immer weniger wurden. Auch zu Hause bat ich jetzt täglich in dieser offenen Körperhaltung des Einstellens um die göttliche Kraft und um Hilfe. Es ist vergleichbar mit Meditation, mit der Bitte um göttliche Kraft, mit einem sehr tiefen, inneren Wunsch, Hilfe zu bekommen«, beschreibt Frau Koch diese Bitten um
Heilung.
»Die Schmerzmittel konnte ich sehr rasch reduzieren und brauchte ab Mitte Januar keine mehr. Vier Monate später, Mitte April, waren 95 Prozent aller Schmerzen verschwunden, und seitdem geht es mir konstant sehr gut. Die restlichen 5 Prozent sind ganz unmerklich nach und nach verschwunden. Seither schlafe ich nachts wieder durch und kann wieder mit gestreckten Beinen auf dem Rücken liegen. Ich kann wieder lange auf den Beinen sein, Gartenarbeit machen, in den Alpen stundenlang mit Bergschuhen und Rucksack wandern. Und das alles ohne irgendwelche Schmerzen. Ich bin wieder ein lebensfroher Mensch. Heute bin ich völlig schmerzfrei und voll belastbar. Vor der Heilung brauchte ich am Morgen ein, zwei Stunden, um mich überhaupt halbwegs bewegen zu können. Mir ist durch diese Heilung mein Leben ein zweites Mal geschenkt worden. Ich bin unendlich dankbar, dass ich Gottes Wirken so direkt an mir erleben durfte. «
Frage an Frau Koch: Haben Sie eine andere mögliche Erklärung für ihre Heilung?
»Nein. Ich habe damals nichts anderes versucht und nichts anderes getan. Ich hatte mein Leben äußerlich nicht verändert. « Zwei neue Aspekte waren aber dennoch durch den Kontakt mit der Lehre Grönings hinzugekommen: Schon seit Jahren übte sie ja täglich Meditation und bat Gott um Hilfe. »All mein Beten half nicht«, war seinerzeit das ernüchternde Fazit. Nun hatte Frau Koch offenbar den Bewusstseinsumfang ihrer ursprünglichen Meditation erweitert. Das Einstellen auf diese göttliche Heilkraft verbunden mit der Lehre Grönings öffnete ihr offenbar einen Zugang zur Heilungsmöglichkeit. Sie hatte gelernt, mit einer neueren inneren Haltung um den Heilstrom zu bitten und Bruno Gröning als den geistigen Helfer anzunehmen. Sie hatte gelernt, sich der Führung einer »höheren Macht« anzuvertrauen und nicht die Heilung zu verlangen, sondern sich bittend darauf einzustellen. »So wurde ich gesund, obwohl ich anfangs skeptisch war. Aber ich ließ mich dann doch darauf ein, und es half. Man sagt ja, Gröning ist ein Vermittler zwischen den Menschen und Gott, wie das Fräulein vom Amt. Ich weiß nicht, wie es wirklich passiert ist, ich weiß nur, dass es passiert ist. «
Und es passierte zu einem Zeitpunkt tiefster Verzweiflung. Das ist der zweite Aspekt, der sich von der Zeit unterschied, als nichts half. Frau Koch war zutiefst verzweifelt. »Es war Weihnachten 1999. Ich lag am Boden und heulte. Ich wusste nicht mehr, wie das weitergehen sollte. Als Krankenschwester wusste ich, dass alles nur noch schlimmer werden konnte. Um überhaupt laufen zu können, brauchte ich alle sechs bis sieben Stunden einen starken Schmerzmittelcocktail, so wie wir ihn den Frischoperierten auf der chirurgischen Station gegeben haben. « Als »Geschenk« genehmigte sie sich einen sehr schweren Schmerzmittelcocktail. Sie wusste nicht mehr weiter.
»In dieser Phase tiefster Verzweiflung öffnete ich mein Herz. Ich sagte in Gedanken zu Gröning, hier hast du es. Gröning sagte ja zu den Kranken, gebt mir eure Krankheiten, und so tat ich es. Er sagte, man soll sich nicht mit seiner Krankheit beschäftigen und sich auf die gesunde Seite stellen. Und das tat ich. Es war enorm schwer, in dieser Schmerzsituation sich von seiner Krankheit gedanklich zu trennen.« Aber sie schaffte es. Sie stellte sich vor, gesund zu sein und die Krankheit an Gröning zu übergeben. »Ich war durch ein Tiefes Tal gewandert. Ich hatte gelernt, dass weder ich mir selbst noch irgend ein Arzt mir helfen konnte. So war ich letztlich bereit, mich ganz dem Willen Gottes anzuvertrauen und zu glauben und zu vertrauen, dass Gott der größte Arzt und Gesundheit ein Geschenk Gottes ist. Ich war bereit, dieses Geschenk zu empfangen. «
Kommentar Dr. Klaus-Jürgen Blum
Bei Frau Koch handelt es sich bei den seit Jahren bestehenden Beschwerden im Lendenwirbelbereich mit Ausstrahlung in das rechte Bein (Ischialgie) um ein Abgleiten des letzten Lendenwirbels gegen das Kreuzbein (Spondylolisthesis L5/S1), radiologisch erstmals diagnostiziert im Mai 1998.
Schulmedizinisch ist es nicht erklärbar, dass vorliegender Symptomenkomplex ohne Therapie (in Form von Krankengymnastik usw.) innerhalb kürzester Zeit vollständig bis zur Beschwerdefreiheit, ja sogar bis zur normalen Belastbarkeit, abgeheilt ist. Hier muss ein Zusammenhang zwischen der »inneren Öffnung« und der regelmäßigen »Aufnahme des Heilstroms« gesehen werden. Ich selbst sah Frau Koch in völliger Beschwerdefreiheit in meiner Praxis. Röntgenbilder vom Juli 2001 zeigten dabei im Vergleich zu den Voraufnahmen vom Mai 1998 eine zunehmende knöcherne Abstützung des Lendenwirbels gegenüber dem Kreuzbein. Ein Kernspintomogramm der Lendenwirbelsäule von November 2003 zeigte eine weitere Verbesserung des Befundes; hier lag statt der Spondylolisthesis nur noch eine Pseudospondylolisthesis vor. Zusammenfassend ist der Erfolgsbericht beeindruckend, die geschilderte Beschwerdesymptomatik medizinisch nachvollziehbar, die ärztlichen Unterlagen sind ausreichend, der Zeugenbericht des Ehemannes glaubhaft. Diese Heilung ist äußerst ungewöhnlich und erfreulich für die Geheilte.
Das Phänomen Bruno Gröning
In diesem Buch wird keine Wertung über die Methoden abgegeben, die schmerzgeplagten Menschen geholfen haben. Maßnahmen, die konkret geholfen haben, werden dokumentiert und das breite Spektrum aufgezeigt, wie es Menschen schaffen, gesund zu werden und ihre Schmerzen zu überwinden. Bei meiner Recherche nachgeheilten ehemaligen Patienten stieß ich immer wieder auf Bruno Gröning, seine Person, seine Lehre, seine Anhänger und die Heilungsberichte im Zusammenhang mit Gröning. Es war mir daher ein Anliegen, diese auch zu seinen Lebzeiten sehr umstrittene Person und seine Heilungsgeschichten nicht zu ignorieren und »das Phänomen Gröning« hier anhand einer Person (Christiane Koch) aufzuzeigen.
Umstrittener »Wunderheiler«
In der tristen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg trat in Deutschland ein Mann auf, der durch seine »Wunderheilungen« über Nacht in die Schlagzeilen der Presse und ins Kreuzfeuer der Behörden geriet. Bruno Gröning (1906 – 1959) wurde als eine Art Wunderheiler öffentlich bekannt. Zu Tausenden strömten Menschen zu seinen Auftritten und wurden Zeugen von dem, was die Zeitungen verbreiteten und kritisierten: spontane Heilungen verschiedenster Gebrechen und Krankheiten. Noch heute hat Gröning viele Anhänger. Sie nennen sich Bruno Gröning-Freundeskreis (Trägerverein: Kreis für geistige Lebenshilfe e.V.). Es ist ein loser Zusammenschluss von Menschen, die in hunderten von Gemeinschaften in allen Teilen der Erde das Andenken und die Lehre Grönings weitergeben.
Dokumentierte Heilungen
Die »Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe« des Bruno Gröning-Freundeskreises, ein Forum von Ärzten und anderen Heilberuflern, überprüft die Berichte inhaltlich und erstellt Dokumentationen mit Kommentaren anhand von medizinischen Befunden unabhängiger Ärzte. Seit Ende 1988 wurden von der Fachgruppe tausende Heilungen schriftlich erfasst. Ein Auszug davon ist nachzulesen unter http://www.bruno-groening.org. Diese »Heilung auf geistigem Weg« soll keinesfalls die medizinischen Behandlungen ersetzen. Bruno Gröning begrüßte Zeit seines Lebens die Zusammenarbeit mit Ärzten. Im Freundeskreis selbst erfolgen jedoch keinerlei medizinische Beratungen, Untersuchungen oder Behandlungen.
Das Prinzip
Dieser Website (http://www.bruno-groening.org) entstammt auch die folgende Information darüber, wie diese Art der Heilung funktionieren soll: »Die Lehre Bruno Grönings geht vom Einfluss geistiger Kräfte auf den Menschen aus. Der Einfluss dieser Kräfte ist größer als von den meisten Menschen angenommen. Bruno Gröning vergleicht den Menschen mit einer Batterie. Im täglichen Leben gibt jeder Kraft ab. Jedoch wird die benötigte Lebensenergie oft nicht mehr ausreichend aufgenommen. Ebenso wie eine leere Batterie nicht mehr funktionstüchtig ist, kann ein kraftloser Körper seine Aufgaben nicht erfüllen. Abgespanntheit, Nervosität, Lebensängste und letztlich Krankheit sind die Folgen.
Bruno Gröning erläuterte, wie der Einzelne wieder zu neuen Energie kommen kann: Der Glaube an das Gute ist hierfür ebenso Voraussetzung wie der Wille zur Gesundheit. Der Mensch ist überall von Heilwellen umgeben, die er nur aufzunehmen braucht. Laut Bruno Gröning gibt es keine unheilbare Krankheit. Die Heilungen geschehen hier allein auf geistigem Wege und sind daher nicht an Bruno Grönings materiellen Körper gebunden.
Durch eine entsprechende Körper- und Geisteshaltung wird gelernt, die göttliche Kraft aufzunehmen. Dadurch soll ein im Körper spürbarer »Heilstrom« bewirkt werden und Hilfen und Heilungen von chronischen, degenerativen und schweren organischen Leiden, bewirken. Um diesen Heilstrom aufzunehmen, sitzt der Hilfesuchende mit geöffneten Händen. Arme und Beine sind nicht verschränkt, um das Fließen des Heilstroms nicht zu unterbinden. Gedanken an Krankheit und Sorge wirken hinderlich; Gedanken an etwas Schönes hingegen sind hilfreich.
Wenn der Heilstrom durch den Körper fließt, stößt er auf Organe, die durch Krankheit belastet sind, und beginnt dort seine reinigende Wirkung. Dabei kann es zu Schmerzen kommen, die ein Anzeichen für die Reinigung des Körpers sind. Da die Krankheit ihrem Wesen nach nicht von Gott gewollt ist, wird sie nach und nach beseitigt. Dies kann in einzelnen Fällen auch spontan geschehen. Hierzu ist es notwendig, dass sich der Mensch nicht mehr gedanklich mit der Krankheit beschäftigt, sondern daran glaubt, dass es für Gott kein »Unheilbar« gibt.
Um auch weiterhin gesund zu bleiben, stellen sich die Bruno Gröning-Freunde täglich auf den Empfang des Heilstroms ein. Der gesunde Körper bildet die Grundlage für ein Leben in Einklang mit sich selbst, den Mitmenschen und der Natur.
Das Ziel der Lehre Bruno Grönings ist es, einen Kranken zu einem lebensfrohen Menschen zu machen, der frei von körperlichen und seelischen Belastungen ist. «
Die Zugehörigkeit zum Bruno Gröning-Freundeskreis ist laut eigenen Angaben frei von finanziellen oder rechtlichen Verpflichtungen und unabhängig von nationalen, ideologischen oder konfessionellen Bindungen.