
Von Armin Risi, Zürich.
Vor 60 Jahren trat er in
Deutschland zum ersten Mal auf: Bruno Gröning.
Ein Mann, der durch seine
Wunderheilungen über Nacht in die Schlagzeilen der Presse und ins
Kreuzfeuer der Behörden geriet.
Es war die triste Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Deutschland
war ausgebombt und am Boden zerstört. Die Bevölkerung war
dezimiert, und viele hatten kaum das Nötigste zum Überleben.
Da erfuhren die Ärmsten - die Kranken und Mittellosen -
plötzlich, dass es Hoffnung gäbe: Ein gewisser Bruno
Gröning sei als Wunderheiler öffentlich tätig geworden
und sei für alle da, ohne Geld oder Formalitäten zu verlangen.
Zu Tausenden und Zehntausenden strömten Menschen zu Bruno
Gröning und wurden Zeugen von dem, was die Zeitungen und die
mündliche Kunde verbreiteten: Wunder geschehen, spontane Heilungen
vor Ort, "Massenheilungen", Fernheilungen.
Wer war dieser Mann, der scheinbar aus dem Nichts auftauchte
und größte Kontroversen auslöste?
Bruno Gröning war das vierte von sieben Kindern einer
einfachen Arbeiterfamilie aus Danzig, der damaligen Hauptstadt
Westpreußens. Bereits als
Kind fiel er durch seine Heilfähigkeiten auf. Während des
Ersten Weltkrieges besuchte er oft die örtlichen Lazarette. Nach
fünf Jahren Volksschule trat er ins Arbeiterleben. 1943 wurde er
in die deutsche Wehrmacht eingezogen und geriet im März 1945 in
russische Kriegsgefangenschaft. Dank seines Wirkens wurden er und seine
Abteilung jedoch bereits Ende 1945 freigelassen. Gröning kam als
Heimatvertriebener nach Westdeutschland. Obwohl er selbst praktisch
mittellos war, setzte er sich im freiwilligen Hilfsdienst für die
Vertriebenen
ein und bewirkte bei vielen Hilfesuchenden Heilungen.
Sein unauffälliges Helfen setzte sich in kleinen Kreisen
fort, bis er im März 1949 im westfälischen Städtchen
Herford den neunjährigen Sohn eines Ingenieurs von einer schweren
Krankheit (Muskelschwund) heilte. Vater Hülsmann war derart
dankbar, dass er Bruno Grönings Heilkraft möglichst vielen
Menschen zukommen lassen wollte, und stellte ihm sein Haus zur
Verfügung. Nun kam eine neue Dimension in Bruno Grönings
Wirken: Er wurde nicht mehr nur zu den Menschen gerufen, die Menschen
kamen zu ihm und das gleich zu Tausenden.
Die biblischen Szenen von Kranken, Lahmen und Blinden, die
plötzlich Heilung erfuhren, blieben nicht lange ungestört. Im
Mai 1949 erließ die Stadtregierung von Herford, vorwiegend auf
Drängen der Ärzteschaft, ein Totalverbot.
Bruno Gröning verließ Herford und wirkte an
verschiedenen anderen Orten. Als er den Besitzer des "Traberhofs",
eines großen Pferdegestüts in Rosenheim bei München,
heilte, bot dieser ihm an, er solle sich an diesen Ort
zurückziehen, um etwas Ruhe zu finden. Bruno Gröning nahm
dieses Angebot an, aber die Journalisten entdeckten schon bald seinen
Aufenthaltsort und schrieben mit großen Schlagzeilen
darüber, was bewirkte, dass nach Rosenheim noch
größere Menschenmengen kamen als nach Herford. Auf den
Wiesen des Traberhofs
lagerten rund 30000 Menschen - ein Meer von Kranken und Invaliden. Auch
hier kam es zu zahlreichen Wunderheilungen.
Obwohl Bruno Gröning immer die Zusammenarbeit mit den
Ärzten suchte, kam es zu weiteren Heilverboten, in den folgenden
Jahren zu mehreren Gerichtsprozessen. 1958 wurde ihm durch ein
Gerichtsurteil in ganz Deutschland jegliche Heileraktivität
unmöglich. Anfang 1959 reiste er nach Paris und verstarb dort am
26. Januar 1959.
Kurz vor seinem Verscheiden sagte Bruno Gröning: "Was meine Gegner tun mussten, haben sie restlos getan und sind damit am Ende. Ebenso habe ich getan, was ich tun musste - dieses aber ist erst der Anfang."
Die Rehabilitation eines
Verkannten
Nach Bruno Grönings Heimgang hielten dankbare Geheilte sein Werk, das scheinbar zerschlagen war, zunächst in kleinem Kreis am Leben, bis die Saat in einer neuen Dimension und Verbreitung aufgehen konnte. Pionierarbeit leistete hierbei Grete Häusler (1922-2007), die vor 30 Jahren im Jahr 1979 den Bruno Gröning Freundeskreis gründete. Der Freundeskreis ist eine konfessionell unabhängige Vereinigung von Menschen. Er wird von freiwilligen Spenden und ehrenamtlicher Mitarbeit getragen. Durch das Wirken dieses Kreises wurden Bruno Grönings Lehren über Hilfe und Heilung auf dem geistigen Wege neu belebt und weltweit verbreitet. Heute gibt es in über siebzig Ländern Gemeinschaften des Freundeskreises, die sich regelmäßig treffen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam die Heilkraft aufzunehmen. Die unerklärlichen Heilungen setzen sich bis zum heutigen Tag fort. Jährlich erscheint ein Band mit den neuesten Erfolgsberichten. Zahlreiche Heilungsberichte sind auch auf der Webseite des Freundeskreises veröffentlicht. Die Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe (MWF) des Freundeskreises, eine internationale Verbindung von einigen Tausend anerkannten Ärzten, Heilpraktikern und anderen Angehörigen heilkundlicher Berufe, untersucht und dokumentiert seit Anfang der 1990erJahre diese Erfolgsberichte aus aller Welt. Der Leiter dieser Fachgruppe ist Dr. med. G. Blättner.
Der Heilstrom
So sensationell Bruno Grönings Heileraktivität auch war, so einfach war seine Erklärung: Ursprünglich ist der Mensch in höchster Einheit mit Gott verbunden, doch wenn der Mensch aus dieser Verbindung herausfällt, trennt er sich von seiner Verbindung mit der göttlichen Quelle und gibt sich dem Bösen, der Not und dem Elend preis. Aber Gottes unbegrenzte Kraft bleibt allgegenwärtig wirksam, und diese göttliche Kraft hat als "Heilstrom" auch eine unbegrenzte Heilkraft. Wer sich wieder für diese Kraft öffnet, kann Heilung und alle anderen Formen von Hilfe empfangen."Gott gibt uns alles Gute, nur müssen wir all das Seine, das Er uns sendet, in uns aufnehmen."
Das Sichverbinden mit dem Heilstrom und Empfangen von
Heilenergie aus der göttlichen Quelle nannte Bruno Gröning
"Sich-Einstellen". Viele bitten so für sich selbst und die eigene
Heilung, für ihre eigenen Herzenswünsche oder auch für
das Wohl anderer Menschen, für die ganze Menschheit, die Natur und
die
Erde.
Wenn Menschen einzeln oder in einer Gruppe sich einstellen, entsteht
eine Atmosphäre, die es ermöglicht, dass der Heilstrom
empfangen werden kann. Hier werden wir das Wort Jesu erinnert: "Wo
immer zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, bin ich in ihrer
Mitte." (Mt. 18,20)
Dieser Schlüssel zu den geistigen Realitäten steht allen
Menschen zur Verfügung, nur dürfen wir uns dieses
Schlüssels nicht berauben lassen
(durch Unglauben, Stress, Ablenkung usw.). Heute, wo das Versagen der
modernen Zivilisation immer deutlicher wird, sind wir Menschen
gefordert, das göttliche Prinzip des Bittens und Empfangens in
unser eigenes Leben zu integrieren und uns wieder bewusst mit der
göttlichen Urkraft, dem "Heilstrom", zu verbinden. Vorbilder wie
Bruno Gröning können uns helfen, uns an unsere eigene
Göttlichkeit und Gottverbundenheit zu erinnern.
Obwohl Bruno Gröning die Zusammenarbeit mit Ärzten suchte, kam es zu weiteren Heilverboten.
Heilung nach schwerem Unfall
Nach einem schweren Autounfall litt Frau von Mierlo an einem
Bandscheibenvorfall zwischen dem vierten und fünften Halswirbel.
Ihr Schlüsselbein renkte sich seitdem in regelmäßigen
Abständen aus. Tag und Nacht hatte Frau von Mierlo sehr starke
Schmerzen, die sich durch sehr starke Schmerzmittel nur kurzzeitig
unterdrücken ließen. Sie musste ihren Beruf der
Krankenschwester aufgeben, ebenfalls die Haus- und Gartenarbeit und war
so verzweifelt, dass sie an Selbstmord dachte. Nach achtzehn Jahren
Schmerzen stieß sie dann auf die Lehre Bruno Grönings. Nach
ihrer Einführung in diese verschwanden die Schmerzen völlig.
Der Arzt Dr. med. W. Lobeck stellte dazu fest: Aus medizinischer Sicht
ist diese Heilung sehr beeindruckend und nicht zu erklären. Sie
kann nur durch die Einwirkung des Heilstromes bewirkt worden sein.
Heilung von Asthma bronchiale
Seit ihrer Kindheit litt Angelika Fehrle oft unter Bronchitis. 1983 wurde Asthma bronchiale diagnostiziert. Ärztlicherseits hieß es, damit müsse sie leben und lebenslänglich Medikamente nehmen. Trotz ständiger Behandlung und vieler Arzneien, Spritzen und einer Kur verschlechterte sich ihr Zustand von Jahr zu Jahr. Schon Wetterveränderungen oder schlechte Raumluft führten zu Atemnot. Morgens quälte sie meist ein starker schmerzhafter Husten. Im August 1995 wurde sie in die Lehre Bruno Grönings eingeführt. Ihr Zustand verbesserte sich so, dass sie nach einigen Wochen keine Beschwerden mehr hatte, Treppensteigen konnte, etc. Ein Lungenfacharzt bestätigte: Sie brauche keine Medikamente mehr, sie sei gesund. Dr. med. M. K. führt dazu aus: "Eine Ausheilung nach 12 Jahren wäre medizinischerseits nicht mehr zu erwarten gewesen. Ohne die Heilung durch Aufnahme des Heilstroms hätte Frau Fehrle voraussichtlich ihr ganzes Leben die Krankheit tragen müssen."
Der Autor, Armin
Risi, geb. 1962; Philosoph und Sachbuchautor; lebte 18 Jahre in
vedischen Klöstern in Europa und Indien; seit 1998 als
freischaffender Schriftsteller und Referent tätig.
Veröffentlichungen: drei Gedichtbände. fünf
Sachbücher mit spirituell-philosophischem und zeitkritischem
Inhalt; zahlreiche journalistische Arbeiten.
www.arminrisi.ch
Website des Bruno Gröning Freundeskreises: www.bruno-groening.org ;
Dokumentarfilm über Bruno Gröning: siehe
www.bruno-groening-film.org