"Frei von Drogen"Saarbrücken: Im Juni fand in Saarbrücken ein Vortrag der Medizinisch-Wissenschaftlichen Fachgruppe unter der Überschrift "Frei von Drogen" statt. Dabei referierten Ärzte und Psychologen zusammen in der Fachvortragsreihe "Heilung auf dem geistigen Weg" speziell zum Thema Suchterkrankungen. Geheilte berichteten ihre Heilung von Heroin- und Alkoholsucht, Substitutionsmitteln und von "Designer-Drogen". Aussichtsreiche Wege aus der Drogensucht sind ein aktuelles Thema in der Gesellschaft. Wie kam es zum Engagement des Bruno Grönings-Freundeskreises im Bereich der Drogenhilfe? Mein Weg über den AbgrundIm Oktober 1993 erschien das Buch der ehemals Heroinsüchtigen – Petra Rüther: "Mein Weg über den Abgrund". In diesem Buch beschreibt sie in grosser Offenheit, wie sie – beinahe noch ein Kind – in die Klauen der Rauschgiftsucht gelangte und alle Gräuel dieses Teufelskreises durchleben musste. Fast 10 Jahre bemühte sie sich, durch Entziehungskuren und Langzeittherapien von der Droge loszukommen. Ohne Erfolg! Das Buch endet jedoch nicht - wie so viele anderen in diesem Genre – mit Resignation und Aufgabe oder gar mit dem Umstieg auf staatlich erlaubte Ersatzdrogen, sondern mit einem "Happy End". Einfühlsam beschreibt sie ihren Weg aus der Sucht durch die Lehre Bruno Grönings, die es ihr möglich machte, seit 1985 bis zum heutigen Tag dauerhaft von Drogen frei zu bleiben. Heute ist Petra Rüther eine vitale lebensfrohe Frau Anfang 40. Resultierend aus der eigenen Erfahrung hat sie ein tiefes Mitgefühl mit dem Elend der Drogensüchtigen. Pionierarbeit auf der DrogenszeneNach dem Erscheinen dieses Buches hat sie gemeinsam mit ihrem Mann und Freunden begonnen, im Rahmen des Bruno Gröning-Freundeskreises Süchtige direkt auf der Strasse anzusprechen, sie zu sogenannten Gemeinschaftsstunden (Örtlicher Zusammenschluss von Bruno Gröning-Freunden. In den Gemeinschaftsstunden wird seine Lehre vermittelt, Erfolge werden berichtet und die Freunde stellen sich gemeinsam auf die Heilkraft ein) einzuladen, um dort mit ihnen gemeinsam die Heilkraft aufzunehmen, die Gröning Heilstrom (so bezeichnete Bruno Gröning die geistige Kraft, die die Heilung bewirkt. Synonym gebrauchte er auch die Begriffe Heilwelle und göttliche Kraft) nannte. Durch diese Pionierarbeit enstanden in mehreren Städten Deutschlands und in den Niederlanden, vor allem in den Hochburgen der Drogensucht, die örtlichen Gruppen, in denen sich Suchtmittelabhängige treffen, um gemeinsam Kraft und Ruhe aufzunehmen. Petra Rüther ist kein Einzelfall!Im Laufe der letzten Jahre war diese Hilfe zur Selbsthilfe von Erfolg gekrönt und viele Süchtige konnten dem Teufelskreis der körperlichen und seelischen Abhängigkeit von Drogen, Alkohol und diversen anderen Suchtmitteln entkommen. Nachfolgend lesen sie einen Heilungsbericht, deren Krankheitsverlauf und Genesung dem Bericht der Petra Rüther in keiner Weise nachsteht. Die Zahl der Hilfen und Heilungen steigt. Gemeinschaftsarbeit – Was geschieht in den örtlichen Gruppen?Während den Gemeinschaftsstunden wird ausschliesslich über positive und aufbauende Themen gesprochen. Ziel ist es, durch bewusste Verbindung mit dem Guten die Sucht und damit zusammenhängende Probleme hinter sich zu lassen. Die Anwesenden berichten über erlebte Hilfen, Heilungen und ihre Erfahrungen mit der Lehre Bruno Grönings. Eine Gemeinschaftsstunde dauert ca. 2 Stunden und findet alle 3 Wochen statt. HeilungsberichtStephanie Knabe (37) "Mit 15 Jahren (1979) bekam ich schwere Depressionen und Gewichtsprobleme bzw. Essstörungen. Ich habe mich oft mit Essen vollgestopft und nahm in kurzer zeit 10kg zu. Ich versuchte abzunehmen, doch es kamen immer wieder Rückschläge. Ich war sogar einmal zur Kur wegen meiner Gewichtsprobleme. Mit Haschisch, das ich bis 1983 intensiv rauchte, hatte ich 2 Jahre später meinen ersten Kontakt mit Drogen. Zwischen 1983 und 1990 nahm ich gelegenheitlich LSD, Heroin, Kokain oder psychogene Pilze (Psylocybin). Ab 1991 nahm ich wieder häufiger Drogen, Kokain und Heroin - besonders am Wochenende. Jetzt wurde ich davon richtig abhängig. Ich war damals 28 Jahre alt. 1992 kam ich in das vom Staat geförderte Polamidon-Programm für Süchtige. Anfangs reichte mir 1ml Polamidon, doch zum Schluss nahm ich 30ml Polamidon täglich. Diese Mengen musste ich mir illegal besorgen. Wenn ich mal einen Tag kein Polamidon hatte, war es fast zum Verrücktwerden. Dass ich das überlebt habe, ist für mich unfassbar. (Anm. der Red.: Polamidon ist ein sehr starkes Schmerzmittel. Höchstdosis 10 Tropfen {=1ml}. 3ml Polamidon können auch bei Menschen, die bereits Drogenkontakt hatten, tödlich wirken.) Ich wusste keinen Ausweg, hatte keine Kraft, mich von der Sucht zu lösen. Im Juli 1999 sah ich ein Interview von einer ehemaligen Drogensüchtigen (10-jährige Heroinabhängigkeit), die durch Geistheilung gesund geworden war. Es wurde von Bruno Gröning gesprochen, durch den diese Heilung geschehen sei. Diesen Namen hörte ich zum ersten Mal. Zwei Wochen später sah ich das gleiche Interview mit Petra Rüther noch einmal. Diesmal schrieb ich mir sofort die eingeblendete Telefonnummer auf, rief dort an und wurde Ende September 1999 in die Lehre Bruno Grönings eingeführt. Den Heilstrom spürte ich gleich bei der Einführung (während eines Einführungsvortrags erfährt der Interessierte die wichtigsten Dinge aus der Lehre Bruno Grönins, aus seinem Leben und lernt die Heilkraft aufzunehmen). Einen Tag danach war ich kräftig und fühlte mich so leicht wie schon lange nicht mehr. Nun stellte ich mich regelmässig auf diese Kraft ein. Ich wünschte mir endlich von Polamidon frei zu werden. Aber solange ich das Zeug weiterhin spritzte, war das aussichtslos. Diese Zeit war sehr hart. Arme und Hände waren voll von Hämatomen, die Venen waren schon sehr kaputt. Im März 2000 fing ich an, statt 30ml zu spritzen, 15ml täglich zu trinken und mich jede Woche um 1ml herunter zu dosieren. Mittlerweile besuchte ich auch regelmässig die Gemeinschaftsstunden. Im November 2000 war ich dann bei 1ml Polamidon angekommen. Das Bedürfnis zu spritzen war weg. Am Donnerstag, den 16. November 2000, wachte ich morgens mit dem Gedanken auf: Heut nehme ich kein "Pola" mehr! So war es auch. Es war für mich wie eine zweite Geburt, ein zweites Leben. Ich konnte regelmässig schlafen, war nie unruhig, hatte kein Erbrechen oder Durchfall, was ja eigentlich die typischen Entzugserscheinungen von Polamidon gewesen wäre. Seit Februar 2001 bin ich wieder voll berufstätig. Trotz einiger körperlicher Umstellungsprozesse auf ein Leben ohne Drogen fühlte ich mich so stark und gesund wie schon lange nicht mehr. Ich habe keine Depressionen, kein Verlangen nach Drogen mehr. Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen, jemals wieder Drogen zu nehmen, egal in welcher Form." Heilung auf dem geistigen Weg auch bei SuchtkrankungenÄrzte und Psychologen bestätigen, wie erfolgreich die Heilung auf dem geistigen Weg auch im Bereich der Suchterkrankungen sein kann. Die Leiter der örtlichen Gruppen arbeiten eng mit der Medizinisch-Wissenschaftlichen Fachgruppe (MWF) des Bruno Gröning-Freundeskreises zusammen, in der die Heilungsberichte aufgenommen und dokumentiert werden. Dazu Dr. med G. Blättner, Leiter der MWF: "Es ist im Gegensatz zu den üblichen Heilungen nicht ganz einfach, die Heilungen bei den ehemals Drogenabhängigen zu erfassen. Oft geschehen spontane Besserungen und sogar Heilungen. Die ehemals Drogenabhängigen fühlen sich von etwas erfasst, Aggressivität weicht und zum Teil spontan auch die Sucht. Doch ein regelmässiges, geordnetes Leben aufzubauen ist ein weiterer Schritt. Einige bleiben dabei, finden zu einem geordneten Leben mit geregelter Arbeit und dem Aufbau einer Familie zurück. Wieder andere erhalten durch das Erleben in der Gemeinschaft die Kraft und Motivation, eine Entzugs- oder Langzeittherapie anzustreben. Wieder andere bleiben aus, weil sie nach einem mehr oder weniger langen Zeitraum der Drogenfreiheit wieder dem Sog der Szene verfallen und rückfällig werden. Die grossartigen Erfolge jedoch, die beispielhaft in dem vorhergehenden Kurzbericht beschrieben sind, zeigen mir als Arzt deutlich die besondere Bedeutung der Lehre Bruno Grönings auch im Bereich der Suchtkrankheit." |