Pressespiegel, Schweiz:
"GlücksPost", Ausgabe 22.12.2005

"Wundersame Heilkraft"

Freunde des verstorbenen Wunderheilers Bruno Gröning behaupten, jeder Mensch sein von Heilwellen umgeben. Wunder oder Humbug? Die GlücksPost hat Fachleute befragt.

Von Marie-Luce Le Febve

Was Monika Bürgler aus Oberuzwil SG erzählt, mutet wie ein Wunder an: "1991 wurde ich operiert wegen Bandscheibenvorfalls mit Lähmungserscheinungen am rechten Bein. Danach war mein unterer Rücken völlig steif und schmerzte stark, sobald ich lange sass oder stand. Der Chiropraktiker verschuf mir zeitweise Linderung. Doch im Oktober 1996 hatte ich so starke Schmerzen, dass nichts mehr half. Kurz darauf wurde ich in die Lehre Bruno Grönings eingeführt. Ein paar Tage später war ich gesund. Im Februar 1997 kehrten die Schmerzen nochmals für 3 Wochen zurück. Seither habe ich keine Beschwerden mehr."

Der frühere Chefarzt Dr. Wolfgang Vogelsberger (56) aus Freiburg im Breisgau hat dafür eine Erklärung: "Möglich werden solche Heilungen dadurch, dass man Lebensenergie aufnimmt“, erklärt er. Seit fünf Jahren zählt der Schmerzmediziner zu den weltweit 6400 Ärzten, Heilpraktikern, Zahnmedizinern und Tierärzten, die sich zur Medizinisch-Wissenschaftlichen Fachgruppe (MWF) zusammengeschlossen haben. Sie wollen die Heilungen dokumentieren, die im Freundeskreis des deutschen "Wunderdoktors" Bruno Gröning geschehen. Vogelsberger: "Ich habe selber Hunderte von Heilungen miterlebt. Besonders beeindruckend sind die Erfolge bei Suchtkrankheiten - unabhängig davon ob es sich um Drogen, Alkohol oder Essstörungen handelt."

Das Aufnehmen von Lebensenergie - auch Prana oder Chi genannt - soll aber auch bei alltäglichen Beschwerden helfen wie leichten Stimmungsschwankungen oder Prüfungsangst, betont der ehemalige Anästhesist. Bruno Gröning selbst sagte, dass die Heilungen nur fünf Prozent seines Wirkens ausmachten. Er half den Menschen darüber hinaus, ein glückliches und friedvolles Leben zu führen.

Wie zapft man von der göttlichen Kraft?

Von Russland über Indien bis Mexiko tanken heute weltweit 65'000 Personen in 70 Ländern regelmässig von dieser unsichtbaren Heilenergie, die man nicht berühren, aber spüren kann. Dafür treffen sie sich alle drei Wochen in lokalen Gemeinschaften, von denen es auch in der Schweiz etwa 50 gibt. Dieser riesige "Freundeskreis" führt die Lehre des einfachen Arbeiters Bruno Gröning fort, der im Frühjahr 1949 als "Wunderdoktor" von Herford weltbekannt wurde.

Die Behörden standen den "wundersamen Heilungen" skeptisch gegenüber, und Gröning erhielt mehrfach Heilverbot. Obwohl er immer wieder betonte, dass nicht er die Heilungen vollbringe, sondern Gott. Er sei nur ein Transformator für die göttliche Kraft. Selbst Kritiker wie der Herforder Bürgermeister mussten gestehen: "Mir bleibt der Verstand stehen". Dennoch machte man dem tief religiösen Gröning den Prozess - wegen Verstosses gegen das Heilpraktikergesetz. Ein endgültiges Urteil wurde nie gesprochen, denn Gröning starb bald darauf - 1959 - in Paris.