Pressespiegel, Polen:
"Nieznany Świat", Ausgabe 7/2006

(Ins Deutsche übersetzt, Auszug)

'Nieznany Świat', Ausgabe 7/2006. Das Phänomen Bruno Gröning

"Das Phänomen Bruno Gröning"

So lautet der Titel des nahezu sechsstündigen(!) Dokumentarfilms, der im Jahre 2003 in die deutschen Kinos gekommen ist. Er ist äusserst zutreffend, weil hier alles ungewöhnlich ist, beginnend mit Bruno Gröning selbst, über den wir schon in Unbekannte Welt/Nieznany Świat geschrieben hatten, und mit den Umständen dieser Filmaufnahmen endend. Der Film erzählt über das Leben des Heilers, aber vor allem über den geistigen Lehrer aus Danzig. Ein wunderbares Leben, aber auch ein schicksalsvolles nach menschlichem Mass.

Bruno Gröning wurde 1906 in einer deutschen Familie geboren. Von Kindheit an zeigte er ungewöhnliche Begabungen, die bewirkten, dass seine Position zu Hause und unter Gleichaltrigen nicht zu beneiden war. Von der Umgebung unverstanden, hatte er sich in sich zurückgezogen oder war in den Wald weggelaufen. Schon damals hatte er sich bemüht, anderen zu helfen, wie er konnte, aber er zog es vor, im Hintergrund zu bleiben.

Die Deutschen waren nach dem zweiten Weltkrieg ein besiegtes Volk, Menschen, die alles verloren hatten. Nicht nur materielle Güter, sondern auch die eigene Würde. Vielen von ihnen hatte der Krieg die Gesundheit und den Glauben an das Gute genommen. Einfache Soldaten, die ohne ihre Zustimmung zum Militär eingezogen worden waren, konnten sich nicht damit abfinden, was geschehen war. Sie waren ohne Ehre aus dem Krieg zurückgekehrt, als körperliche und psychische Krüppel.

Als Gröning 1949 öffentlich in Herford auftrat, sprach er zu den versammelten Menschenmassen, die Menschen warfen die Krücken weg, sie stiegen aus den Rollstühlen, aber vor allem fanden sie den verlorenen Sinn des Lebens wieder. Dieser von Wuchs kleine Mann, der einfache Worte sprach, hatte den Glauben an das Gute und an Gott wiedergegeben, den die Menschen schon vor langem verloren hatten. In diesen denkwürdigen Zeiten kamen verschieden Unglückliche zu Hunderten mit der Hoffnung auf Gesundheit zu den Orten, an denen sich Bruno Gröning aufgehalten hatte. Sie standen stunden- und tagelang beim Haus, in dem er wohnte, und warteten, bis er auf den Balkon kam und sprach. Bei den Menschenmassen herrschte absolute Ruhe und eine besondere Atmosphäre, etwas Ungewöhnliches, sehr Wichtiges und Unfassbares. Das bestätigten alle Zeitzeugen des damaligen Geschehens. Als Bruno endlich erschien, geschahen die Wunder: die Menschen haben geschrien, dass sie das Sehvermögen wiedererlangt hätten, dass sie seit langem quälender unerträglicher Schmerz verschwunden sei. Die einen winkten mit den Händen, in die wieder Kraft gekommen war, die anderen sprangen vor Freude, dass sie wieder laufen konnten.

Was war damals geschehen? Bis heute weiss man es nicht, weil Gröning keine Hände aufgelegt hatte, er wollte nichts von Krankheiten hören und er sprach nur von Gott, dass Er heile, dass man Ihm danken sollte, und nicht dem kleinen Gröning, der lediglich daran erinnerte, an wen man sich wenden sollte. Er behauptete, dass der göttliche Strom – so nannte er die Heilkraft, die wir heute als kosmische, göttliche Energie bezeichnen würden – für jeden zugänglich sei, der sie aufnehmen möchte und um sie bittet.

Man stellte die Zahl der Geheilten nie fest, man weiss nur, dass es sehr viele waren. Das führte zu Proteststimmen aus der Welt der Schulmedizin. Die Ärzte konnten, wollten nicht zur Kenntnis nehmen, dass ihr Wissen nicht notwendig war für die, die sich für die Aufnahme der göttlichen Kraft öffneten. Bruno Gröning wurde als Scharlatan bezeichnet und einflussreiche Gremien bewirkten, dass er Heil- und öffentliches Auftrittsverbot erhielt. Seit dieser Zeit konnte er keine Treffen mehr mit Menschen organisieren und hatte aus diesem Grunde sehr gelitten. Dennoch wurden sie in Privatwohnungen weiterhin abgehalten, wo Heilungen von Krankheiten verzeichnet wurden, die von der Medizin als unheilbar betrachtet wurden. Die Ärzte waren immer mehr empört. Es wurde eine Verschwörung ausgeheckt mit dem Ziel, Bruno Gröning ins Gefängnis zu sperren. Es wurde ihm ein Prozess wegen vorsätzlicher Verursachung des Todes eines Mädchens angehängt. Diese brutale Intrige wirkte sich sehr ungünstig auf seine Gesundheit aus. Im Januar 1959 starb er in einer Pariser Klinik.

Damals schien es, das Ende zu sein, dass dieser ungewöhnliche Mensch für immer weggegangen sei und nach ihm nur eine Leere bliebe. Jedoch hatte er zu Lebzeiten gesagt: "Alle Menschen müssen sterben, ich auch. Meinen Körper wird man in die Erde legen, aber ich werde nicht tot sein. Wenn mich jemand ruft, erhält er Hilfe und Heilung." Und so geschah es. Und so ist es bis heute!

Der Film erzählt über das ganze Leben des Wunderheilers aus Herford – so wurde er genannt – von seiner Kindheit an bis zu seinem Tode in Paris. Nach wie vor leben Menschen, die sich an die Nachkriegsgeschehnisse erinnern, die von Bruno geheilt wurden. Nie wieder haben sie unter den damaligen Beschwerden gelitten und bis heute sind sie für die erhaltenen Geschenke dankbar.

Die Produzenten des Films haben Zeitzeugen aufgesucht und mit ihnen Interviews geführt. Manche hinterlassen einen tiefen Eindruck, z.B. der Bericht eines älteren Menschen, der über Kriegsgrausamkeiten erzählt, dass er sich damit nicht abfinden konnte, mit dem Bewusstsein zu leben, dass er auf Menschen geschossen hatte. Im Krieg hatte er Befehle ausgeführt, als jedoch die Zeit zum Nachdenken kam, war er völlig niedergeschlagen. Auf die Ergebnisse musste man nicht lange warten. Bei ihm wurde Magenkrebs festgestellt. Er war bei vielen Spezialisten in Behandlung, aber sie gaben ihm keine Chance. Er hatte die letzten Monate seines Lebens vor sich. Dann sagte jemand, dass Gröning kommen und sprechen würde. Er ist aus Neugier und mit wenig Hoffnung hingegangen. In der Menschenmenge fühlte er sich seltsam, spürte aber eine bis dahin ihm unbekannte innere Ruhe, wie er sagte, ein angenehmes Gefühl, das lange in ihm geblieben sei. Nach einiger Zeit stellte er fest, dass er alles essen kann, keine Schmerzen mehr hatte und sich wunderbar fühlte. Und so ist es bis heute geblieben, obwohl schon 50 Jahre vergangen sind! Dieser Mann strotzt jetzt vor Gesundheit, er arbeitet weiter in seiner Wirtschaft und findet, dass es sich lohnt zu leben.

Ausser den Gesprächen mit zahlreichen Zeitzeugen und geheilten Menschen enthält der Film Archivmaterial und authentische Aussagen von Bruno Gröning für die Presse, den Rundfunk und das Fernsehen. Er hatte sie nie gemieden, weil er schon damals gewusst hatte, welche Macht die Medien haben und wie viel Gutes (oder Ungutes) sie bewirken können. Vor allem sein Name, ob er wollte oder nicht, war auf die Titelseiten der Zeitungen gekommen. Regelmässig wurde er verleumdet und ausgelacht. Aus diesem Grunde hatte er sehr gelitten, weil sein einziges Ziel im Leben war, anderen zu helfen.

Dieser bis in die Tiefe berührende Film zeigt einen ungewöhnlichen und sehr bescheidenen Menschen, dessen Handeln systematisch diskreditiert wurde. Würde er heute leben, liefe wahrscheinlich alles nach ähnlichem Szenario. Er würde sicher auch für die Ausübung ärztlicher Tätigkeiten ohne Erlaubnis verurteilt werden. Zum Glück ist es so geschehen, wie Gröning vorhergesehen hat: obwohl sein Körper in der Erde liegt, lebt er weiter und hilft den Menschen. Man muss jedoch ehrlich anerkennen, dass auch zur damaligen Zeit viele Ärzte in der Lage waren, das Wirken Grönings richtig einzuschätzen. Heute hat sich der Kreis dieser bedeutend vergrössert und auf der ganzen Welt leisten immer mehr Vertreter der Mediziner-Welt leidenden Menschen Hilfe im Sinne der Lehre, die er hinterlassen hat. Er selbst, was im Film betont wird, träumte immer davon, gemeinsam mit den Ärzten kranken Menschen zu helfen. Die Verwirklichung dieses Traumes in grossem Ausmass wurde erst in den letzten Jahren möglich, seit viele Ärzte auf verschiedenen Kontinenten mit dem Bruno Gröning-Freundeskreis zusammenarbeiten, was, beiläufig gesagt, auch ein Phänomen weltweit darstellt. Diese Menschen sammeln gewissenhaft Heilungsdokumentationen. Der Film Das Phänomen Bruno Gröning entstand nur dank der Grosszügigkeit all derer, die geheilt wurden. Insgesamt wurden 70 Stunden Filmmaterial gedreht und in einer der Massenszenen traten über 2.000 Personen auf. Um daran teilzunehmen, kamen die Menschen mit Autos und Bussen aus vielen Ländern Europas. Sie kamen auf eigene Kosten aus Dankbarkeit für die erfahrene Hilfe oder Heilung. Und es war so wie damals: Stille in der Menge und eine ungewöhnliche Stimmung, die etwas Grosses begleitet. Alle waren sich nämlich bewusst, dass sie auf diese Weise dem ungewöhnlichen Menschen symbolisch Ehrerbietung erweisen. So entstand die grösste Massenszene des modernen deutschen Kinos.

Die erste Kameraeinstellung war 1995, der ganze Film wurde jedoch erst sechs Jahre später beendet. Alle, die an seiner Entstehung teilnahmen, haben umsonst gearbeitet, aus einem Herzensbedürfnis. Gesundheit ist ein Wert, der sich nicht beziffern lässt, das wissen diejenigen gut, die erfolglos Hilfe von der Medizin erwartet hatten. Eine krebskranke Frau hatte ihr ganzes Vermögen verkauft, um die Behandlungskosten zu tragen. Als sie schon nichts mehr zu bieten hatte, hörte sie vom Arzt: "Kommen Sie wieder, wenn Sie wieder Geld haben."

Im Bruno Gröning-Freundeskreis geschehen viele Wunder. Der Komponist der Filmmusik Burkhard Pesch ist Mathematiklehrer, obwohl er eine Musikfachschule absolviert hat. Er ist zum Freundeskreis gekommen, weil er an einer sehr starken Allergie litt. Nach der Heilung von den belastenden Beschwerden hatte er Bruno Gröning um die Erfüllung seines Wunschtraumes gebeten: er wollte schon immer komponieren. Nach einiger Zeit begannen die Kompositionen von selbst in seinen Kopf zu fliessen, er musste sie nur in Noten aufschreiben. Seit dieser Zeit hat er schon viele wunderschöne Werke geschrieben, die die Zuhörer mit einer ungewöhnlichen Energie erfüllen und selbstheilend wirken.

Sowohl die Orchestermusiker, die die Filmstücke im Studio aufgenommen hatten, als auch ihr bekannter Dirigent, Manfred Rosenberg, waren von der Professionalität des Komponisten sehr beeindruckt.

Die Filmschöpfer suchten in überaus grosser Geduld Archivmaterialen heraus, sie sammelten alte Aufnahmen und Dokumente, sie fuhren über das Land und suchten nach Zeitzeugen der historischen Geschehnisse. So arbeiteten sie einige Jahre lang und widmeten jede freie Minute. Aber das ist nicht alles.

Bei der Aufführung dieses Filmes in den deutschen und österreichischen Kinos sind viele Heilungen geschehen. Es wurden viele Fälle verzeichnet, wo bei Menschen, die im Zuschauerraum sassen während dem Zuschauen, oder einige Tage später, lang andauernde Schmerzen und Beschwerden verschwunden sind.

Es gibt auch einen polnischen Akzent. Bei der Fertigung der polnischen Version des Dokumentes gab die Schauspielerin Krystyna Labuda ihre Stimme einer der Filmgestalten. Vor den Aufnahmen, die im Studio Köln entstanden, hatte die Schauspielerin beschlossen, etwas über Bruno Gröning zu erfahren, weil sie noch nie etwas von ihm gehört hatte. Mit diesem Ziel ging sie zu einer Zusammenkunft des Freundeskreises. Sie wurde, wie sie sagt, ausschliesslich von der Neugierde geleitet. Während der Zusammenkunft spürte sie einen schrecklichen Schmerz im Bein. Schon seit langem hat sie an Ischiasschmerzen gelitten. Die Ärzte konnten nichts tun und die Schauspielerin hatte sich mit ihrem Gesundheitszustand abgefunden. Der Schmerz jedoch, den sie fühlte, war noch nie so stark wie gerade da. Nach kurzer Zeit liess er nach. Wie hatte sie sich gewundert, als sich herausstellte, dass der Ischiasschmerz verschwunden war! Nach Hause kehrte sie beflügelt zurück und seit dieser Zeit hatte sie nie wieder Beschwerden.

Man weiss nicht, wer und in welchem Tempo geheilt wird, weil das eine Sache zwischen Gott und dem Menschen ist. Tatsache ist jedoch, dass dank dieser Filmaufnahmen viele Menschen unterschiedliche Hilfen erfahren haben. Es betrifft sowohl die, die an ihm gearbeitet haben, als auch die, die ihn angeschaut haben. Selbst dann, wenn keine Wunderheilungen geschehen, lohnt es sich, dieses Dokument über einen ungewöhnlichen Menschen anzusehen, der den Menschen helfen wollte und dem die Welt des Geldes und die medizinische Fremdenfeindlichkeit das unmöglich gemacht und ihn in den verfrühten Tod geführt hatten. Bruno Gröning wusste, dass das so geschehen wird, er kannte seine Zukunft. Heute hilft er Leidenden aus einer anderen Dimension weiter. Niemand kann ihm mehr Knüppel zwischen die Beine werfen, Heilungen untersagen, wodurch Tausenden von Menschen auf der ganzen Welt die Gesundheit und das Leben zurückgegeben wurden.

(...)

Bildlegenden:

Die 1950 geheilte Gisella Knollman ist bis heute in ausgezeichneter Verfassung. Damals hatte sie der Rollstuhl erwartet. Im Film erzählt sie über dieses in ihrem Leben wichtigste Ereignis.

1949. Bruno Gröning spricht auf dem Balkon in Herford zu der versammelten Menschenmenge. Originalfoto, das im Film genutzt wurde.

Der Komponist Burkhard Pesch bei der Arbeit.

Die grösste Massenszene des modernen deutschen Kinos.