Pressespiegel, Schweiz:
"Schaffhauser Nachrichten", Ausgabe 23.6.1998

"Wie der Glaube Berge versetzt"

"Heilen auf geistigem Weg: Scharlatanerie oder wegweisend für die Medizin der Zukunft? Ein Vortrag des Freundeskreises Bruno Gröning gab Aufschluss"

Der neunjährige Knabe litt an Progressiver Muskeldystrophie, schon seit Jahren. Die Krankheit gilt als unheilbar. Nachdem der Geistheiler Bruno Gröning seine Kräfte hatte wirken lassen, stellte sich innert Tagen eine vollständige Genesung ein. In der Folge versammelten sich in Herford Tausende von Hilfesuchende vor dem Elternhaus des geheilten Knaben. Gröning sprach zu ihnen, forderte sie auf, sich von ihren Leiden zu lösen und den Glauben an Gott als den grössten Arzt wieder aufzunehmen. Spontan wurden Dutzende von ihren Krankheiten befreit.

Das war vor 49 Jahren. Inzwischen ist der Heiler Bruno Gröning gestorben. Seine Heilkunst aber lebt weiter. Der Bruno Gröning- Freundeskreis zählt weltweit über 30 000 Anhänger in 600 verschiedenen Gemeinschaften.

Vergangenen Samstagmorgen trafen sich rund 60 interessierte Schaffhauserinnen und Schaffhauser im grossen "Kronenhof"-Saal zu einem Vortrag des deutschen Arztes Dr. Jürgen Kaufmann. Der klassisch ausgebildete Mediziner wurde selbst durch die Heilkraft Grönings von einem langjährigen Leiden befreit. Heute arbeitet er in der medizinisch-wissenschaftlichen-Fachgruppe, einem Organ aus Ärzten und Wissenschaftlern, die es sich zum Ziel gemacht haben, die Unzahl von Heilungsfällen rund um Gröning zu analysieren und zu dokumentieren. Bis heute sind 14 000 wissenschaftlich geprüfte Fälle archiviert. Alles Heilungen, die weder aufgrund schulmedizinischer noch aufgrund suggestiver Einflussnahme erfolgen.

Bruno Gröning aber war kein Zauberer vor dem man sich hätte fürchten müssen. Vielmehr sei er ein bescheidener, glaubensstarker Mann gewesen, führte Kaufmann in seinem leider etwas schwerfälligen Vortrag aus. Gröning habe nie Geld für seine Heilungen genommen. "Gesundheit kommt von Gott, und sie ist gratis", so einer der Kernsätze von Grönings Philosophie. Diese basiert auf der Annahme polarisierter Energie. Alles Gute, von der Absicht bis zur Tat, entfesselt im Menschen heilende und schöpferische Kräfte, alles Ungöttliche macht uns krank. Eine spirituelle Auffassung von Leben, die freilich nicht Gröning erfunden hat. Sie ist so alt wie die Menschheit und damit substantieller Inhalt fast aller grossen Heilslehren. Was aber seinerzeit allgemein erstaunte, war die Tatsache, dass die Heilungen auch nach Grönings Tod 1959 anhielten. Der von ihm aufgezeigte Weg ermöglicht es seinen Anhängern, die erschlossene Energie, sie nennen es Heilstrom, aufrechtzuerhalten und zum Wohle der Menschen einzusetzen. Obschon Gröning seinerzeit die von ihm Geheilten stets dazu ermuntert hatte, die Genesung medizinisch bestätigen zu lassen, wurde sein wirken nie offiziell anerkannt. Im Gegenteil, 1950 wurde ihm sein Wirken per Gesetz verboten. Mittlerweile sind auch die Skeptiker differenzierter geworden.

Der Hamburger Arzt Matthias Kamp, er ist 1984 durch Zufall auf Gröning gestossen, hat jahrelang recherchiert, mit Ärzten und Wissenschaftler aus aller Welt das Phänomen Gröning zu ergründen versucht und abschliessend ein 600 Seiten starkes Buch verfasst: " Bruno Gröning - Revolution in der Medizin, Rehabilitation eines Verkannten." Ein eindrücklicher Morgen im "Kronenhof"-Saal, der abermals trefflich bewies, dass Berge zu versetzen nur der Glaube imstande ist.