Pressespiegel, Deutschland:
"secret.TV", Juli 2007

"Bruno Gröning"
1949 rückte der Name Bruno Gröning über Nacht ins Schlaglicht der
Öffentlichkeit. Presse, Funk und Wochenschau berichteten. Monatelang hielt
das Geschehen um den "Wunderdoktor", wie er bald genannt wurde, die junge
Republik in Atem. Ein Kinofilm wurde gedreht, wissenschaftliche
Untersuchungskommissionen einberufen, und die Behörden...
befassten sich bis hinauf in die höchsten Gremien mit dem Fall Bruno
Gröning. Der nordrheinwestfälische Sozialminister liess Bruno Gröning wegen
Verstosses gegen das Heilpraktikergesetz verfolgen, der bayerische
Ministerpräsident hingegen erklärte, man dürfe eine solch "exzeptionelle
Erscheinung" wie Gröning nicht an Paragraphen scheitern lassen. Das
bayerische Innenministerium bezeichnete seine Tätigkeit als "freie
Liebestätigkeit".
In allen Bevölkerungsschichten wurde heftig und kontrovers über den Fall
Bruno Gröning diskutiert. Die emotionalen Wellen brandeten hoch. Geistliche,
Ärzte, Journalisten, Juristen, Politiker und Psychologen: alle sprachen über
Bruno Gröning. Seine Wunderheilungen waren für die einen Gnadengeschenke
einer höheren Macht, für die anderen Scharlatanerie. Doch die Faktizität der
Heilungen wurde durch medizinische Untersuchungen belegt.
Bruno Gröning, 1906 in Danzig geboren und nach dem Krieg als
Heimatvertriebener nach Westdeutschland emigriert, war ein einfacher
Arbeiter. Er hatte von den verschiedensten Tätigkeiten gelebt, war
Zimmermann, Fabrik- und Hafenarbeiter gewesen, Telegrammzusteller und
Schwachstrommonteur. Nun stand er plötzlich im Mittelpunkt öffentlichen
Interesses. Die Nachricht von seinen Wunderheilungen verbreitete sich
weltweit. Aus allen Ländern kamen Kranke, Bittbriefe und Angebote.
Zehntausende Heilungssuchende pilgerten zu seinen Wirkungsstätten. Eine
Revolution in der Medizin bahnte sich an.
Doch auch die Gegenkräfte waren da. Einflussreiche Ärzte,
Kirchenfunktionäre, Juristen und ehemalige Mitarbeiter setzten alles in
Bewegung, um das Wirken von Bruno Gröning zu unterbinden. Heilverbote
verfolgten ihn, Prozesse wurden ihm angehängt. Alle Bestrebungen, sein
Wirken in geordnete Bahnen zu lenken, scheiterten. Zum einen am Widerstand
massgeblicher gesellschaftlicher Kräfte, zum anderen an Unvermögen oder
Profitgier seiner Mitarbeiter. Als Bruno Gröning im Januar 1959 in Paris
starb, war der letzte Prozess gegen ihn in vollem Gange. Das Verfahren wurde
eingestellt, nie ein endgültiges Urteil gesprochen. Doch viele Fragen
blieben offen.
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