"Bruno Grönings Vermächtnis der geistigen Heilung: 'Gott ist der grösste Arzt'"Von Eberhard Poellath, 3. Folge"Es gab im Jahre 1949 in Deutschland kaum ein Geschehen, das so sehr die gespannte Aufmerksamkeit und tiefe innere Anteilnahme der Menschen gefunden hat, wie alle Vorgänge um Bruno Gröning", schreibt der Münchner Journalist Dr. Kurt Trampler über die damalige Situation in seinem Buch "Die grosse Umkehr". Die Heidelberger KlausurDavon bleibt auch die Wissenschaft nicht unbeeindruckt. Mit skeptischer Neugier nähert sie sich dem Phänomen Gröning. Den Anfang macht der Marburger Psychologe und Mediziner Prof. H.G. Fischer, der mit einem Stab von Mitarbeitern nach Herford reist, wo Fachreporter der Zeitschrift "Revue" schon damit begonnen haben, die unerklärlichen Heilungserfolge genauer zu untersuchen. Die angereisten Kliniker erleben mit eigenen Augen, was sich auf dem Wilhelmsplatz zuträgt und führen Gespräche mit Menschen, die nach einer Ansprache Bruno Grönings auf einmal frei von ihren Leiden sind. Der sichtlich beeindruckte Fischer macht Gröning den Vorschlag, er solle seine Heilkräfte im Rahmen einer streng wissenschaftlich geführten Untersuchung demonstrieren und verspricht ihm Hilfe bei seinem Streben nach öffentlicher Anerkennung. Gröning geht auf Fischers Angebot ein und wird kurz darauf in die Universitätsklinik Heidelberg eingeladen. Dort soll das Experiment unter der Leitung von Prof. Fischer und dem Heidelberger Ordinarius von Weizsäcker stattfinden. Aus vielen Tausenden von Bittbriefen, die bei Bruno Gröning in Herford eingegangen sind, suchen Ärzte etwa hundert Krankheitsfälle heraus, die Bruno Gröning vorgestellt werden sollen. Das Unfassbare geschieht nun auch in Heidelberg, wo hinter verschlossenen Türen, aber protokolliert von den anwesenden Medizinern und durch Tonbandaufzeichnungen dokumentiert, Menschen in Gegenwart von Gröning geheilt werden. Die Untersuchungskommission ist so beeindruckt, dass sie in einer ersten Stellungnahme am 28. August in der "Revue" bekundet: "Bruno Gröning ist kein Scharlatan, kein Hypnotiseur, kein Wunderdoktor, sondern ein begabter, nicht-ärztlicher Psychotherapeut... Er masst sich nicht an, ein Prophet oder Messias zu sein. Er hat aber ein gläubiges Sendungsbewusstsein." Und dann räumen die Mediziner sogar ein: "Gröning hat in zahlreichen Fällen, wie sich auch in Heidelberg gezeigt hat, überraschende und erstaunlich schnelle Erfolge gehabt. Gröning hat das Ausmass der bisher der breiten Öffentlichkeit unbekannten Leiden für unsere Zeit entdeckt. Allein das wäre schon ein sehr grosser Verdienst. Die wissenschaftliche Auswertung der Briefe an ihn mit ihrer Schilderung erschütternder Krankheitsgeschichten hat ergeben, dass die Medizin diesen Krankheiten bisher machtlos gegenübersteht." Trotz dieses bemerkenswerten Eingeständnisses und der anerkennenden Worte trägt die Heidelberger Klausur keine Früchte. Eher leistet die Einschätzung Bruno Grönings als "begabter Psychotherapeut" dem Vorurteil Vorschub, die Heilungen kämen durch eine Art Hypnose oder Suggestion zustande. Letzten Endes zeigen die Heidelberger Ereignisse nur ein weiteres Mal, dass die Schulmedizin nicht in der Lage ist, den Rahmen ihres Wissenschaftsverständnisses zu übersteigen, um die tiefe geistige Dimension des Wirken Bruno Grönings zu erfassen. Ein zweifelhaftes AngebotAuch seinem Herzenswunsch, in einer Heilstätte mit Ärzten zusammenzuarbeiten, kommt Bruno Gröning nicht näher, obwohl ihm Prof. Fischer ein auf den ersten Blick interessantes Angebot unterbreitet. Eine Klinik soll errichtet werden und Bruno Gröning unter Prof. Fischers Leitung sein aussergewöhnliches "Talent" zum Einsatz bringen. Doch die Bedingungen sind für Gröning nicht annehmbar. Fischer erwartet nämlich von ihm beträchtliche finanzielle Vorleistungen, zu denen er überhaupt nicht in der Lage ist. Und auch die Absicht, das heilsame Wirken auf eine kommerzielle Basis zu stellen, muss Gröning fremd bleiben. Enttäuscht äussert er sich: "Ich verfüge über keinen Pfennig Geld. So konnte ich auch keine finanziellen Verpflichtungen übernehmen... Ausserdem wollte ich nur das tun, wie es mir durch meine Berufung gegeben: den Hilfesuchenden helfen und mich deshalb den Ärzten und Psychotherapeuten zur Verfügung stellen, aber niemals ein Geschäft aus der ganzen Sache machen." Nicht einmal das versprochene Gutachten wird ausgestellt, obwohl sich die Ärzte von dem Erfolg der Heilkraft überzeugt hatten. Gröning: "Prof. Fischer hat mir nach der ganzen Klausur versichert, dass ich ein positives Gutachten von ihm sowie Herrn Prof. Weizsäcker erhalten werde. Ein solches Gutachten ist mir nie ausgehändigt worden. Im Gegenteil hat man mir alles zu meinen Ungunsten ausgelegt." So scheitert dieser zunächst so aussichtsreiche Ansatz zu einem legalen Wirken in Kooperation mit der etablierten Medizin. Bruno Gröning verlässt Heidelberg und begibt sich wieder nach Rosenheim, wo er seit August Quartier bezogen hat. Rosenheim - Ziel der HoffnungDort ist er von Leo Harwart aufgenommen worden, dem Besitzer des "Traberhofs". In dem ehemaligen Gestütshof sucht Bruno Gröning Ruhe von den Strapazen der zurückliegenden Monate zu finden. Dies ist ihm aber nicht vergönnt. Die Anwesenheit des "Wundertäters aus Herford" wird schnell bekannt und von neuem setzt ein Medienrummel ein, der die von Krankheit und Elend bedrängten Menschen zu Tausenden von überall her nach Rosenheim zieht.
"Bruno Gröning stand auf dem Balkon und sprach zu einer grossen Menschenmenge, die, wie wir später erfuhren, schon stundenlang geduldig auf ihn gewartet hatte. Eine unendliche Ruhe strömt von dem Manne aus, der sich mit einer leisen eindringlichen Stimme an die vielen Hilfesuchenden zu seinen Füssen wendet. Es ist so still, dass jedes seiner Worte auch von den letzten in diesem weiten Kreis verstanden wird. Zum ersten mal erschüttert uns das Ausmass des Leides, dass sich vor Gröning immer wieder versammelt, die abgehärmten, von Schmerzen und Sorgen gezeichneten Gesichter, die sich in gläubigem Vertrauen zu dem Manne erheben, in dessen Wirken sie die letzte Möglichkeit der Heilung und Rettung sehen." Sodann wird Trampler gewahr, wie Bruno Gröning in einfachen, aber inhaltsreichen Worten die zuhörenden mit seiner Lehre vertraut macht: "Zum ersten Male hören wir seine Mahnung, sich zum Glauben an Gott zu bekennen - das sei die erste Voraussetzung, die Heilung zu empfangen. Dann gibt er die Weisung, den Gedanken an die Krankheit abzuschalten, die Augen zu schliessen und genau zu beobachten, was im Körper vor sich gehe. Er wiederholt diese Weisung mehrmals, denn er fühlt sicher, wie schwierig es für die Kranken ist, ihr nachzukommen... Nach einer geraumen Zeit, während derer er stumm, mit einem Ausdruck der äussersten Konzentration, die Leidenden überblickt, sagt Gröning, er habe ihnen gegeben, was er ihnen geben könne. Sie sollten die Kraft jetzt in sich wirken lassen und an die Heilung glauben, auch wenn sie nicht sogleich eintrete." Dr. Trampler wird geheiltNoch in der ersten Nacht sowie den darauffolgenden Tagen erlebt der nüchterne Journalist Trampler aus nächster Nähe, wie Schwerkranke durch Bruno Grönings Wort von ihren Leiden befreit werden. Dass er selbst, der im Krieg schwere Splitterbrüche im rechten Fuss und Unterschenkel erlitten hatte, hier gesund werden könnte, daran glaubte er keinen Augenblick. Immerhin waren die Verletzungen so schlecht ausgeheilt, dass Trampler als "erheblich geh- und stehbehinderter" Versehrter gilt und einen Stock zum Gehen braucht. Als Bruno Gröning mit einem kranken Besucher beschäftigt ist, wendet er sich auf einmal Trampler zu: "Wozu nehmen Sie denn noch den Stock? Sie brauchen ihn doch nicht mehr?" - Trampler ist überrascht und sträubt sich zunächst, doch Gröning macht ihm Mut, jetzt genau auf das zu achten, was er in seinem Körper fühlen könne. Gleich darauf spürt Trampler einen Schmerz in der Schulter, der in ein prickelndes Hitzegefühl übergeht, das bald die ganze rechte Körperhälfte erfasst. Die Adern pochen und das Blut strömt schmerzhaft durch das lädierte Bein. Gröning ist zufrieden. Am nächsten Tag ist Trampler zum ersten Mal seit sechs Jahren vollkommen schmerzfrei. Er geht von da mühelos und braucht den Stock tatsächlich nie mehr. Dankbar bleibt Trampler an Bruno Grönings Seite und wird für die folgenden Monate sein gewissenhafter Chronist. Was er erlebt, beschreibt er in seinem Buch "Die grosse Umkehr", das kurz darauf Anfang 1950 erscheint. "Ich gebe Ihnen zu wissen..."Trampler wird nicht nur Zeuge einer Vielzahl von Heilungen, sondern er beobachtet auch die Person Bruno Grönings sehr genau und mit grossem Einfühlungsvermögen. Dadurch gelingt ihm, anders als den bloss wissbegierigen Professoren in Heidelberg, eine echte Annäherung an das geheimnisvolle Wesen dieses Mannes. Er erkennt, dass die Worte, die Gröning zu den Hilfesuchenden spricht, von entscheidender Wichtigkeit für den Heilungsvorgang sind: "Das Wort ... ist bei Grönings Heilungen von einer so ausschlaggebenden, bewegenden Bedeutung, dass man fast sagen könnte: Wer das Wort nicht hören will, braucht die Heilung gar nicht zu suchen, denn das Wort ist die leitende, führende Kraft, die Heilung in sich zu bewahren." Oft leitet Bruno Gröning eine Mitteilung an seine Zuhörer mit der fast feierlich anmutenden Wendung ein: "Ich gebe Ihnen zu wissen ..." - Dazu Trampler: "Er gibt den Hörern das Geschenk, etwas vom Wesen seiner Kraft, das sie vielleicht bis dahin nur vermuten, nur ahnen konnten, nunmehr zu wissen." Interview mit dem Arzt Matthias Kamp"Bruno Gröning - Revolution in der Medizin" Matthias Kamp ist Arzt und leitet die Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe MWF im Bruno Gröning-Freundeskreis, dem Forum für Ärzte und Heilberufler. Eine Ärztegruppe in der MWF prüft und dokumentiert die auftretenden Heilungen nach streng medizinisch-klinischen Massstäben. Eberhard Poellath hat sich mit Kamp unterhalten, der heute aus dem Archiv der MWF über die ärztlich dokumentierte Heilung von einer seit Geburt bestehenden Mehrfachbehinderung berichtet. E.P.: Herr Kamp, Sie wollen uns heute einen Heilungsbericht vorstellen, dem ursprünglich eine schwere Behinderung zugrunde lag. M.K.: Ja, im Falle der heute 32jährigen Susanne W. handelt es sich um eine massive körperliche Schädigung, die von Geburt an bestand und bis zum 25. Lebensjahr andauerte. E.P.: Welche Schädigungen waren das? M.K.: Das Kind, das sechs Wochen zu früh geboren war, erlitt wahrscheinlich einen Sauerstoffmangel während der Geburt. Zudem wurde ein Herzfehler festgestellt. In einem fachärztlichen Gutachten aus dem Jahre 1977, als das Mädchen dreizehn Jahre alt war, heisst es: "Es liegt bei Susanne W. eine frühkindliche Hirnschädigung vor, die mit grösster Wahrscheinlichkeit durch exogene Faktoren bedingt wurde... Diese frühkindliche zentralnervöse Störung der Hirnfunktion hat eine Mehrfachbehinderung bewirkt, die sich derzeit überwiegend in einer erheblichen Behinderung aller wesentlichen motorischen Körperfunktion zeigt." E.P.: Für das Kind sicher ein leidvoller Zustand. M.K.: Allerdings. Zwar wurde der Herzfehler später operiert, aber alle Auswirkungen der Hirnschädigung blieben unverändert bestehen. E.P.: Wie hat sich das konkret ausgewirkt? M.K.: Neben Lähmungserscheinungen, die sich als Schwäche in beiden Armen und Beinen zeigten, äusserte sich der Hirnschaden noch in einer rechts betonten Spastik, die besonders schmerzhaft für Susanne in der rechten Hand spürbar wurde. E.P.: Erklären Sie uns bitte kurz, was eine Spastik ist? M.K.: Eine Spastik ist eine krankhafte Erhöhung des Muskeltonus, also der Muskelspannung. Sie kann soweit gehen, dass die betreffenden Muskeln in einer bestimmten Stellung krampfartig erstarren und nur vorsichtig wieder gelöst werden können. Die häufig auftretende schmerzhafte Verkrampfung bildete für Susanne W. eine Notsituation, in der sie dann Hilfe brauchte, um die erstarrten Finger zu lösen. E.P.: Dahinter liegt in der Regel eine Schädigung der zentralen Nervensteuerung? M.K.: Das ist richtig. Und derartige Hirnschädigungen sind in nur sehr begrenztem Masse reparabel, da sich die Nervenzellen als hochspezialisierte Zellen nach heutigem medizinischem Wissen nicht erneuern können. Man kann höchstens versuchen, durch intensive Krankengymnastik eine gewisse Kompensation des Schadens zu erreichen in der Hoffnung, dass andere Bereiche des Gehirns zumindest einen Teil der verlorenen oder gestörten Funktionen ausgleichen. E.P.: Wurde das in diesem Fall versucht? M.K.: Ja, aber ohne praktischen Erfolg. Jahrelange Krankengymnastik und ärztliche Therapie halfen nicht. Die Behinderung erstreckte sich im übrigen auch auf die Feinmotorik, die erheblich gestört war sowie Deformationen und Funktionsstörungen im Gelenk- und Wirbelsäulenbereich. Eine Lernschwäche war ebenfalls festgestellt worden. E.P.: Hat das nicht die soziale Integration von Susanne W. sehr beeinträchtigt? M.K.: Das steht eindeutig fest. Aufgrund ihrer Mehrfachbehinderung wurde Susanne W. vom Versorgungsamt eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von 100 Prozent bescheinigt. E.P.: Erscheint denn bei einem solchen Befund eine Heilung überhaupt vorstellbar? M.K.: Aus medizinischer Sicht nicht. E.P.: Und dennoch ist Susanne W. seit 1989 gesund? M.K.: Ja. Die Familie W. erfuhr 1989 aus der Zeitung von Bruno Gröning. Schon die ersten Hinweise, die am Telefon auf die Aufnahme des Heilstromes gegeben wurden, hatten überraschende Besserungen im Befinden zur Folge. E.P.: Inwiefern? M.K.: Die Krampfanfälle blieben auf einmal aus, die Schwäche im Körper und Gliedmassen geht zurück, viele Handgriffe, die vorher unmöglich waren, gelangen plötzlich. Nach der persönlichen Einführung in die Lehre Bruno Grönings ging der Heilungsprozess rasch weiter. Die orthopädischen Funktionen normalisierten sich, die Gleichgewichtsstörungen traten nicht mehr auf, die Wirbelsäule richtete sich in die Normallage auf. Susanne W. konnte zum ersten mal in ihrem Leben wie ein normaler Mensch gehen und sich frei und schmerzlos bewegen. E.P.: Hat die Heilung angehalten? M.K.: Ja, dies bestätigte zunächst ein Jahr später ein unabhängiger Arztkollege, und weitere zwei Jahre später, das war 1992, schrieb ein Facharzt für Neurologie anlässlich einer Nachuntersuchung: "Es besteht eine leichte Minderbegabung, ansonsten keine neurologischen Auffälligkeiten." E.P.: Ein Ereignis, das für den Verstand eigentlich nicht zu begreifen ist. M.K.: Die spontane Heilung der Mehrfachbehinderung durch die Aufnahme des Heilstroms ist aus medizinischer Sicht unfassbar. Hier ist etwas geschehen, das, wie Sie sagen, tatsächlich jeder menschlichen Erfahrung zuwiderläuft. Es wird mit einer materialistischen Weltanschauung nie begreifbar sein, wie die Funktionen, die ein über Jahrzehnte zerstörtes Hirngewebe nicht ausüben konnte, von einem Moment auf den anderen wieder vorhanden sind. Erst wenn man bereit ist, zu erkennen, dass der Mensch mehr ist als sein Körper, lässt sich dies im Ansatz verstehen. E.P.: Vielen Dank, Herr Kamp. Welches Thema wird uns das nächste mal beschäftigen? M.K.: Im nächsten Wassermann möchte ich über eine Heilung von Chronischer Polyarthritis sprechen. |