"Bruno Grönings Vermächtnis der geistigen Heilung: 'Gott ist der grösste Arzt'"Von Eberhard Poellath, 4. Folge"Es gab im Jahre 1949 in Deutschland kaum ein Geschehen, das so sehr die gespannte Aufmerksamkeit und tiefe innere Anteilnahme der Menschen gefunden hat, wie alle Vorgänge um Bruno Gröning", schreibt der Münchner Journalist Dr. Kurt Trampler über die damalige Situation in seinem Buch "Die grosse Umkehr". So hat Bruno Gröning über sein heilendes Wirken gesprochen: "Wer empfängt und hat ein Recht auf Heilung? Ein Recht hat nur der, der den göttlichen Glauben in sich trägt und mit ihm zu leben gedenkt. Weiter gibt es Menschen, die schon Jahre den Glauben verloren, schon Jahre den Glauben beiseite gestellt und im Gegenteil ihn noch durch Schmutz und Dreck gezogen haben. Ich gebe Ihnen zu wissen, dass Sie alle, so wie Sie hier in dieser grossen und göttlichen Welt leben, nur Kinder Gottes sind. Der alleinige Arzt, der Arzt aller Menschen, ist und bleibt unser Herrgott. Nur er kann helfen." Wenn der Heilungssuchende auch noch nicht an den Schöpfer allen Lebens zu glauben vermag, so soll er sich wenigstens auf den Weg machen und nach einem solchen Glauben streben. Das verdeutlicht Bruno Gröning seinen Zuhörern so: "Sie sollen Mensch zu Menschen sein. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst! Nicht gehässig sein, nicht falsch, niemandem etwas Schlechtes antun! Sie sollen alle gut sein, gut untereinander. Nie neidisch sein! Der eine hat und der andere hat nicht. Das Beste und Grösste, was Reichtum ist, ist ja nicht das Geld, wie Sie dachten. Reichtum ist Gesundheit." Der Mensch lebt, auch darauf weist Bruno Gröning immer wieder unmissverständlich hin, in dem Spannungsverhältnis von Gut und Böse. Ein Thema, das in unserer mordernen Gesellschaft als eher unangenehm empfunden und deshalb von den meisten gemieden wird. Anders in den Jahren nach dem Krieg, als die Menschen das Böse gerade in seinen schrecklichsten Ausformungen erlebt hatten. So verstehen sie es, wenn Gröning ihnen erklärt, dass, wer sein Leiden verlieren wolle, sich vom Bösen abwenden müsse. In seinen Gesprächen mit Bruno Gröning erfährt Trampler tiefe Einsichten in die menschliche Daseinsverfassung. Als er einmal die Frage nach der Willensfreiheit aufwirft, antwortet ihm Gröning mit entschiedener Klarheit. "Ich darf einem Menschen helfen, den Weg zum Guten zu finden, aber ich darf ihm die Entscheidung darüber weder abnehmen noch ihn etwa zum Guten zwingen. Es muss jeder seinen Weg selber finden." Freund der ArmenKompromisslos ist Bruno Gröning in allen Gelddingen, ja, er verabscheut Geld geradezu,
wie auch Trampler zu berichten weiss. Besucher, die ihre Heilung mit Geldzahlungen
erkaufen wollen, weist Gröning schroff zurück. Selbst wenn ihm grosse Summen Trampler beobachtet, dass Gröning vermögende Leute, die ihm sogar im Auto hinterher reisen, warten lässt und sich zuerst unbemittelten Hilfesuchenden zuwendet. "Der reiche Kranke", erklärt er einmal, "kann sich eine Fülle von Erleichterungen schaffen, die der Arme entbehren muss, und er ist auf den täglichen Verdienst nicht so angewiesen wie der Unbemittelte. Er kann deshalb leichter warten als dieser." Es sind wahrlich die "Mühseligen und Beladenen", die, wie schon in Herford, jetzt zum Traberhof strömen, doch nicht allein nur, weil sie von dem wundertätigen Manne die Befreiung von ihren Leiden erhoffen, sondern weil sie auch eine erbarmende, die Herzensnot lindernde Liebe von ihm ausgehen spüren, die ihnen zu dieser Zeit nirgendwo anders zuteil wird. Heilung von Morbus Bechterew Es ereignen sich viele Heilungen in Rosenheim, selbst dann, wenn Bruno Gröning zeitweise abwesend ist. Deren "Aufzählung und Beschreibung könnte allein ein Buch füllen", schreibt Trampler, der dennoch gewissenhaft alles festhält, was er bis Jahresende in Grönings Gegenwart erlebt. Als er auf dem Traberhof mit einem sehr skeptischen Arzt über die Heilungsmöglichkeiten schwerer organischer Krankheiten spricht und der Arzt schliesslich meint: "Wenn er (Gröning) einen echten Bechterew heilt, dann glaube ich auch an ihn" - will es der Zufall, dass wenige Tage später eine Frau aus Köln vor ihnen steht, die seit mehr als zehn Jahren an dieser furchtbaren Erkrankung leidet, bei der der Betroffene durch Kalkablagerungen im Organismus gewissermassen bei lebendigem Leibe "versteinert". Trampler berichtet: "Die ärztliche Feststellung, dass es sich um einen echten Fall von Bechterew handelt, liegt vor. Die Krankheit war schon sehr weit fortgeschritten. Wirbelsäule, Hals, alle Gelenke an Armen und Beinen waren steif. Die Arme waren völlig unbeweglich. Ganz vorsichtiges Gehen war mit Hilfe einer Begleitperson mit grössten Schmerzen und Schwierigkeiten möglich. Jedes Bücken war undenkbar... Als Gröning zu ihr kam, musste er sich tief bücken, um ihr ins Gesicht sehen zu können, so sehr presste die Nackensteife ihr Kinn auf die Brust." In dem Zimmer wird es ganz ruhig, als Bruno Gröning mit der Gelähmten zu sprechen beginnt: "Wollen Sie nicht einmal den Kopf heben, junge Frau?" "Gerne, aber ich kann ja nicht, schon seit sieben Jahren nicht mehr." "Das dürfen Sie nicht sagen! Ihr Genick war steif! Und was verspüren Sie jetzt?" "Es zieht im Rücken hoch, es schmerzt im Nacken sehr." "Zeigen Sie mir doch die Stelle!" "Ich kann doch nicht Herr Gröning. Seit Jahren kann ich den Arm schon nicht mehr heben." "Machen Sie mal eine Faust und heben Sie den Arm. Ja so, aber höher, immer höher, immer höher, noch etwas höher, ich sage Ihnen ja, es wird gehen! Versuchen Sie es nur!" - Mit aufleuchtenden Augen, erst ungläubig und zaghaft, dann immer tapferer, sichtbar unter schwersten Schmerzen, hebt Frau L. den rechten Arm. Die anwesenden Journalisten, Aerzte und Helfer Bruno Grönings verfolgen in atemloser Stille das Wunderbare, das hier geschieht. Die Frau hebt nun auch den linken Arm, danach breitet sie beide Arme aus, kann sie sogar anwinkeln. Gröning spricht weiter zu der Frau, die jetzt den Kopf zu heben und den Blick geradeaus zu richten vermag. "Ah, ich habe ja den Kopf beinahe oben", ruft sie beglückt, "ich kann plötzlich wieder richtig in die Menge sehen, und drehen kann ich ihn jetzt auch, meinen Kopf." Sodann ist es der Frau möglich, was sie seit Jahren nicht mehr konnte, frei und tief durchzuatmen. Knackend kommen die leblosen Glieder in Bewegung. Nach einer Pause wendet sich Gröning der Genesenden von neuem zu. Nun bewegt sie vorsichtig die gefühllosen steifen Beine und sichtbar löst sich auch das völlig verkrampfte Becken. Schliesslich erhebt sie sich von der Tragbahre und geht mit zitternden vorsichtigen Schritten im Raum umher. Tief bewegt schildert Trampler diesen Augenblick: "Das Unbegreifliche ist vor unseren Augen in einer Stunde geschehen: Eine Bechterew-Kranke, die auch nicht die leiseste Aussicht auf Heilung durch die Kunst der Medizin hatte, hat sich vor Dutzenden von Zeugen erhoben und fast die volle Beweglichkeit zurück erlangt. Wir nehmen an Ort und Stelle ein Protokoll über den Vorgang auf, das zehn Zeugen unterschreiben - als erste Frau L. selbst." Biblische SzenenBruno Grönings Wirken in Rosenheim erfährt seinen Höhepunkt am 9. September, als unter den Wartenden Heilungen geschehen, obwohl er selbst in Norddeutschland weilt. Die heilende Kraft ist nicht an die Bedingungen von Raum und Zeit gebunden, und das macht den Menschen Mut, sich der ihnen offenbarenden höheren Macht aufzuschliessen. Hören wir noch einmal den Bericht von Dr. Kurt Trampler: "Als Bruno Gröning am darauffolgenden Nachmittag vor den Hilfesuchenden stand, fand er sie wie kaum je zuvor innerlich geläutert, bereit, die Heilung zu empfangen. Fast eine Stunde stand er schweigend, ihr Leid in sich aufnehmend und verarbeitend, vor der betenden Menge. Während er dann die erlösenden Worte von Gott, dem Vater und Arzt aller Menschen sprach, wurden geradezu biblische Szenen Wirklichkeit. Kranke richteten sich von den Tragbahren auf, Gelähmte warfen ihre Krücken von sich und konnten gehen, ein blindes Kind wurde sehend. Dankesrufe kündeten von immer neuen Heilungen, von denen ja nur ein Teil äusserlich sichtbar sein kann. Noch zwei Monate später und noch lange Zeit werden immer wieder Heilungen bekannt, die sich an diesem Tage vollzogen haben oder begannen." Bruno Grönings Suche nach einem geordneten Wirkungskreis aber geht weiter, als er Rosenheim einige Zeit später verlässt. Interview mit dem Arzt Matthias Kamp"Bruno Gröning - Revolution in der Medizin" Matthias Kamp ist Arzt und leitet die Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe MWF im Bruno Gröning-Freundeskreis, dem Forum für Ärzte und Heilberufler. Eine Ärztegruppe in der MWF prüft und dokumentiert die auftretenden Heilungen nach streng medizinisch-klinischen Massstäben. Eberhard Poellath hat sich mit Matthias Kamp unterhalten, der heute aus dem Archiv der MWF über die ärztlich dokumentierte Heilung von einer fortgeschrittenen Erkrankung an chronischer Polyarthritis berichtet. Eberhard Poellath: Herr Kamp, Sie wollen heute über eine Heilung von chronischer Polyarthritis berichten. Das ist ja eine recht heimtückische Krankheit, die meist einen schweren Verlauf nimmt: Matthias Kamp: Das stimmt. Die chronische Polyarthritis ist eine Erkrankung unbekannter, möglicherweise immunologischer Ursache, die sich vor allem durch Entzündungen der peripheren Gelenke zeigt. Der chronisch entzündliche Prozess führt bei längerem Verlauf zu fortschreitenden Gelenkschäden, die im Endstadium in einer endgültigen Versteifung und Zerstörung der betroffenen Gelenke deutlich werden kann. E.P.: War in dem vorliegenden Fall die Diagnose eindeutig gesichert? M.K.: Ja. Im Fall der damals etwa 30jährigen Frau M. beschrieb der behandelnde Internist die Erkrankung als, ich zitiere: "primäre chronische Polyarthritis mit schwerem Verlauf, Gelenkschwellungen, Gelenkdeformitäten" und führte weiter aus: "Der Nachweis der Erkrankung erfolgte durch den erheblichen klinischen Befund sowie laborchemisch." E.P.: Brachte die ärztliche Behandlung eine Besserung? M.K.: Nein. Die Einnahme der hier üblichen entzündungshemmenden Medikamente konnte das Fortschreiten der Erkrankung nicht verhindern. E.P.: Welche Folgen hatte das für Frau M.? M.K.: Nach Ausbruch der Erkrankung Anfang 1988 waren es zunächst schmerzhafte Bewegungseinschränkungen, die durch die Schwellung in den betroffenen Finger- und Kniegelenken verursacht waren. Danach wurden immer neue Gelenke befallen, so dass es Frau M. immer schwerer fiel, den Haushalt und ihre kleinen Kinder zu versorgen. Im Frühjahr 1989 trat als deutliches Zeichen des Fortschreitens der Erkrankung zu den Schwellungen und Schmerzen eine beginnende Versteifung der Fingergelenke hinzu. Frau M. konnte ihre Hände bereits nicht mehr gestreckt auf den Tisch legen, und selbst das Kauen bereitete ihr Schmerzen. E.P.: Mithin war eine eingeschränkte Funktionskapazität mit erheblicher Behinderung bei den Verrichtungen des täglichen Lebens eingetreten. Sicher kein gutes Vorzeichen in Anbetracht des ja noch frühen Lebensalters von Frau M? M.K.: Das kann ich bestätigen. Die chronische Polyarthritis zeigt in nicht wenigen Fällen einen recht aggressiven Verlauf mit rasch folgender Invalidität. Frau M. war diesem bedrohlichen Zustand schon recht nahe gekommen und wurde immer mehr von fremder Hilfe abhängig. E.P.: Was ereignete sich dann? M.K. Etwas Erstaunliches. Frau M. bemerkte im April 1989, wie die Schwellungen an den Gelenken und auch die Schmerzen auf einmal deutlich nachliessen. Dies berichtete sie einer Nachbarin, die ihr daraufhin eröffnete, dass sie und ihre Familie sich bittend auf den Heilstrom für Frau M. eingestellt hatten. Frau M. liess sich daraufhin mit der Lehre Bruno Grönings vertraut machen und nahm selbst den Heilstrom auf. E.P.: Wie es scheint mit gutem Ergebnis? M.K.: Ja, durchaus. Allerdings setzte kurz darauf erst einmal eine ziemlich heftige Heilreaktion ein - Bruno Gröning sprach in diesem Zusammenhang ja von Regelungen - die wochenlang anhielten. Wieder waren die Gelenke massiv angeschwollen und bereiteten erhebliche Schmerzen. Frau M. konnte dies aber als Regelungsphänomene akzeptieren und die neuerlichen Beschwerden aushalten. Seit Juli 1989 trat dann eine klare Besserung ein und führte bald zu einem völligen Abheilen aller Krankheitssymptome. Seit dieser Zeit ist Frau M. gesund. E.P.: Benötigte sie noch Medikamente? M.K.: Nein. Frau M. braucht seither keine Medikamente mehr und kann ihre gesamten Haushaltspflichten und die Versorgung ihrer fünf Kinder ohne Einschränkungen leisten. E.P.: Traten auch keine neuen Rheumaschübe mehr auf? M.K.: Trotz noch erhöhter Blutsenkungswerte blieb jeder weitere Rheumaschub aus, eine Beobachtung, die bei dem anfänglich recht schweren Verlauf für ein Wirken der Heilkraft spricht. E.P.: Vielen Dank, Herr Kamp. Können Sie uns im nächsten Wassermann wieder einen Bericht aus dem Archiv der MWF vorstellen? M.K.: Ich möchte das nächste Mal über die Heilung von einer Innenohrschwerhörigkeit berichten. |