"Bruno Grönings Vermächtnis der geistigen Heilung: 'Gott ist der grösste Arzt'"Von Eberhard Poellath, 7. FolgeWer war Bruno Gröning? Um die Person dieses aussergewöhnlichen Mannes einmal aus einer anderen Perspektive zu schildern, hat Eberhard Poellath sich mit Grete Häusler, der wohl prominentesten noch lebenden Zeitzeugin, unterhalten. Sie hat Bruno Gröning auf seinem schicksalhaften Weg acht Jahre lang, bis kurz vor seinem Tod, begleitet und ihn dabei viele Male in vertrauter Nähe erleben können. Immer wieder konnte sie mit eigenen Augen miterleben, wie schwerkranke, oftmals schon für unheilbar erklärte Menschen spontan geheilt wurden auch wenn Bruno Gröning gar nicht anwesend war. Sie selbst verlor gleich bei der ersten Begegnung drei sehr schwere Leiden. Aber das war nicht der Grund, weshalb sie am 28. August 1950 aus ihrer Heimat Kärnten die weite Reise nach München antrat, wo Bruno Gröning sich zu dieser Zeit aufhielt. Eberhard Poellath: Frau Häusler, was hat Sie den damals nach München geführt? Grete Häusler: Die Sorge um meine blinde Freundin. Diese hatte von Bruno Gröning gehört und wollte unbedingt zu ihm hin. Und so habe ich sie begleitet, weil ich fest davon überzeugt war, dass das ein gefährlicher Trick war und ich sie davor schützen musste. EP: Sie haben also nicht an die Heilkraft Bruno Grönings geglaubt? GH: Nein, ich kannte ihn ja gar nicht und an übernatürliche Heilkräfte oder ein göttliches Wirken glaubte ich nicht. Ich wollte diesen Schwindel einfach aufdecken und zu meiner Freundin sagen: Geh woanders hin, hier bist du fehl am Platze. EP: Aber dann kam wohl alles anders?
EP: Haben Sie dann etwas gespürt? GH: Und wie! Ich spürte plötzlich ein Kribbeln von den Zehen bis zum Kopf. Dann traten Kopfschmerzen ein und auch an meiner Leber und Bauchspeicheldrüse tat es sehr weh. Die Schmerzen wurden noch viel schlimmer, als Bruno Gröning in Erscheinung trat. Er sprach sehr ruhig und liebevoll vom Gesundwerdenkönnen als einer Umkehr vom Leidensweg und einer Hinwendung zu Gott. Da habe ich auf einmal gespürt, dass es das war, was ich in meinem Innersten zutiefst gesucht hatte und ich wusste, dass diese Zustände in meinem Körper die Reaktionen waren für meine Heilung. Als Bruno Gröning seinen Vortrag beendet hatte, da sind die Schmerzen von mir abgefallen und ich war vollkommen frisch, vollkommen glücklich! EP: Wie lange hat dieses gute Befinden angehalten? GH: Am anderen Morgen beim Aufwachen war dieses Gefühl, gesund geworden zu sein, immer noch da. Ich fühlte, dass ich auch ohne Medikament aufstehen konnte und traute mich sogar, etwas zu essen, was eigentlich ein strenger Diätfehler gewesen wäre aber es kamen keine Schmerzen mehr. Ich war frei! Und da begriff ich, dass ich wirklich die Heilung bekommen hatte. Das war der Beweis. EP: Dass die Schmerzen ausblieben? GH: Nicht nur das, auch der ständige heftige Schwindel, den ich wegen Unterzuckerung seit Jahren hatte und ein chronischer Stirnhöhlenkatarrh waren weg. Ich war gesund und bin es bis heute geblieben. EP: Hat Sie das bewogen, sich dem Kreis um Bruno Gröning anzuschliessen? GH: Nein, ich hatte mir fest vorgenommen, niemandem davon zu erzählen, was ich in München erlebt hatte. Das wollte ich nicht preisgeben und auch nicht verlieren. Aber auf Dauer liess sich das natürlich nicht verheimlichen. Und da passierte etwas Unerwartetes: Kaum hatte ich mich meiner Mutter und danach einer guten Bekannten anvertraut, da spürten diese auch so ein Kribbeln im Körper. Meine Mutter hat gleich ihren Stock unter den Arm genommen und konnte flott gehen und arbeiten, was davor schon lange nicht mehr möglich war. Die andere Frau verlor kurz darauf ihr schweres Herz- und Rheumaleiden und ein Myom an der Wirbelsäule. Es sind dann weitere Bekannte zu mir gekommen, denen ich einfach nur von meiner Begegnung mit Bruno Gröning erzählte, und wieder geschahen Spontanheilungen. EP: Wie haben Sie sich das erklärt? GH: Das war für mich unfasslich, wie man überhaupt bloss durch ein gesprochenes Wort gesund werden konnte! Erst als ich später in engeren Kontakt mit Bruno Gröning kam, wurde mir klar, dass Vertrauen und Glauben die Brücke sind, über die der Heilstrom zum Hilfesuchenden gelangt. EP: Wann sind Sie Bruno Gröning wieder begegnet? GH: Das war zwei Jahre später, im Jahre 1952. Wir waren inzwischen etwa vierzig Freunde geworden und luden Bruno Gröning zu uns nach Kärnten ein. Er kam dann tatsächlich drei Tage zu uns und war mein Gast. Sie können sich nicht vorstellen, was ich da alles erlebt habe. EP: Bitte erzählen Sie. GH: Am ersten Abend sprach Bruno Gröning zu uns so, wie ich ihn in München gehört hatte es ist uns allen sehr zu Herzen gegangen. An den beiden nächsten Tagen sollten weitere Vorträge folgen, aber es kam ganz anders. Ich war schon voraus gegangen, als ich sah, dass vor dem Vortragslokal grosse Aufregung herrschte. Menschen, Autos drängten sich dort. Ein Polizist fing mich ab. Ich war ganz schön erschrocken und als Bruno Gröning dann kurz darauf auch eintraf, mussten wir beide zur Polizeiwache mitgehen. Dort wurde Bruno Gröning gesagt, dass er nicht in die Versammlung gehen und weder sprechen noch heilen dürfe. Bruno Gröning antwortete völlig ruhig: Es ist gar nicht nötig, dass ich persönlich in dem Saal bin, es geschieht dort trotzdem, was geschehen soll. Die Polizisten redeten weiter auf uns ein. Da erzählte ich, was sich tags zuvor bei uns im Ort zugetragen hatte. Ich war nämlich mit Bruno Gröning zu dem Schneidermeister Luger gegangen, von dem alle wussten, dass er unheilbar an Herzschwäche mit schwerstem Asthma litt. EP: Konnte Bruno Gröning ihm helfen? GH: Ja, aber zuerst hat die Mutter eine Spontanheilung erlebt, als sie uns die Türe aufmachte. So war die Familie in gläubigem Staunen, was passieren würde. Bruno Gröning sprach zu dem Schwerkranken, der in einem Sessel gebettet war und mühsam nach Luft rang. Auf einmal liess er einen Schlüsselbund fallen, und da sprang der Mann aus seinem Sessel, hob die Schlüssel auf und reichte sie Bruno Gröning. Vor den völlig überraschten Angehörigen wiederholte sich der Vorgang: Wie, das kann er? Ja, und dann hat ihm Bruno Gröning eine Zigarette angeboten. Stellen Sie sich das vor! Es hätte für den Kranken in dem Moment den Tod bedeuten können, zu rauchen. Aber er hat Bruno Gröning vertraut und es getan. Und danach war er vom Asthma frei. Er war wirklich frei. Ich habe es mit eigenen Augen miterlebt. EP: Wie hat Ihre Schilderung denn auf die Polizisten gewirkt? GH: Dem Leiter der Polizeiwache war es ganz peinlich und er entschuldigte sich sogar bei Bruno Gröning, er hätte leider Befehl von oben. Ja, und der Herr Luger, der tags zuvor gesund geworden war, war jetzt mit dem Fahrrad gekommen und wollte seinen Wohltäter wiedersehen. EP: Wie verhielt Bruno Gröning sich in dieser Situation? GH: Er hielt sich an die Anweisungen der Polizei und bat mich, die Leute zu beruhigen. Ich bin dann allein zu der Menge zurückgegangen und wir haben uns gemeinsam auf den Heilstrom eingestellt. Alle spürten die heilende Energie und es traten Spontanheilungen ein, obwohl Bruno Gröning nicht anwesend war. Eine Frau war da, man hatte sie auf dem Leiterwagen vom Berg herunter gefahren, weil sie im ganzen Körper voll Wasser war. Sie hatte so dicke Arme und Beine, es sah grausam aus. Ich hatte vielleicht eine halbe Stunde über Bruno Gröning erzählt, da war diese Frau auf einmal ganz normal, der Körper war total ohne Wasser. Ich konnte es nicht fassen. Naiv, wie ich war, guckte ich am Boden, wo wohl das Wasser war - aber es war natürlich kein Wasser da. Es war mir alles so neu, was ich auf dem geistigen Weg erlebte. Eine andere Frau hatte einen Buckel, ihr ganzer Körper war so verschoben, dass sie ein Stahlkorsett tragen musste. Sie spürte auch den Heilstrom und bekam starke Schmerzen. Am nächsten Tag hat sie das Korsett weglegen können und der Buckel hat sich in den folgenden Wochen zurückgebildet. So wurden Menschen einfach gesund, ohne Bruno Gröning gesehen oder gesprochen zu haben. EP: Das müssen sehr tiefgehende Eindrücke für Sie gewesen sein, die Sie vermutlich auch nicht mehr losgelassen haben? GH: So ist es. Ich wurde darauf von der Zeitung interviewt und die Folge war, dass sich so viele Menschen an mich wandten, dass ich 23 Gemeinschaften in Österreich aufbauen konnte und dort Heilungen über Heilungen erlebt habe. EP: Nun ist Bruno Gröning ja Zeit seines Wirkens viel Unverständnis und Widerständen ausgesetzt gewesen. Wie konnte er damit eigentlich fertig werden?
EP: Ein grosser Menschenfreund also? GH: Ja, das ist Bruno Gröning ganz gewiss gewesen. EP: Aber viele haben sein Wesen nicht verstanden? GH: Das waren meistens die, die ihn gar nicht kannten. Von denen wurde er verfolgt und am Sprechen und Heilen gehindert. Was hat er denn getan? Er hat etwas getan, was andere Menschen nicht tun können, nämlich heilen und dabei zu Gott führen. EP: Kann jeder sich auf diesem Weg führen lassen? GH: Warum nicht? Ich selbst war damals ohne jeden Gottglauben nach München gekommen. Als ich am Ende des Vortrages die Gewissheit spürte, von allen meinen Leiden befreit zu sein und Bruno Gröning dafür danken wollte, da sagte er nur: Danken Sie nicht mir, danken Sie Gott. Er hat es getan. In dem Augenblick habe ich den Glauben an Gott bekommen und die Überzeugung, nicht nur den Glauben, dass es den liebevollen Gott wirklich gibt und Er mir dieses grosse Geschenk ohne mein Dazutun gegeben hat. Das ist das Allergrösste, was ich erleben konnte durch Bruno Gröning, und jeder, der sein Herz öffnet, kann es ebenso erleben. Ein Ring, der um die Erde gehtDass heute Menschen in aller Bruno Grönings Lehre anerkennen und sich auf den Empfang einer geistigen Heilkraft einstellen, ist zweifellos das Werk von Grete Häusler. Wer die zierliche Österreicherin, die heute in Hennef bei Bonn lebt, kennenlernt, spürt schnell, dass er es hier mit einer ebenso tatkräftigen wie von ihrer Aufgabe beseelten Frau zu tun hat. Vor kurzem erst von einer längeren Vortragsreise zurückgekehrt, die sie nach Indien, Australien und Südafrika geführt hat, leitete sie gleich darauf zwei grosse Tagungen in Deutschland und erwartet nun den Besuch einer ukrainischen Freundin, die als Betreuerin von dreissig strahlengeschädigten Kindern aus der Nähe von Tschernobyl gerade in Hennef eingetroffen ist. "In den meisten Ländern der Erde herrscht heute bitterste Not und Elend und die Menschen werden von Krankheiten heimgesucht. Ob ich unterwegs bin oder in den Briefen lese, die mich täglich erreichen, immer wieder heisst es: Ich bin am Ende, bitte helfen Sie mir durch die Lehre Bruno Gröning." Mit diesen Worten kennzeichnet die 75jährige Leiterin des Bruno Gröning-Freundeskreises ihr gewaltiges Arbeitspensum. Unter ihrer Regie ist ein Verlag entstanden, der ein umfangreiches Schrifttum anbietet, darunter mehrere Bücher, die sie selbst verfasst hat. Ein Kinofilm wurde produziert, der ebenfalls über einen eigenen Verleih in die Kinos geht. Auch die Musik fördert sie nach Kräften und so wird im Freundeskreis anspruchsvolle Chor- und Instrumentalmusik komponiert und dargeboten. Das war freilich nicht immer so. Schon bald nach Bruno Grönings Tod 1959 zerfielen die meisten der von ihm ins Leben gerufenen Gemeinschaften. Nur wenige Freunde blieben miteinander in Kontakt. Da entschloss sich Grete Häusler 1974, erstmals wieder an die Öffentlichkeit zu gehen und über die Heilungen zu informieren, die sich seither ereigneten. Presseberichte erschienen. Mehr und mehr Hilfesuchende meldeten sich bei ihr, immer neue Heilungen wurden bekannt. Da ihr couragiertes Vorgehen in den eigenen Reihen eher mit verhaltener Skepsis betrachtet wurde, gründete Grete Häusler 1979 den Bruno Gröning-Freundeskreis. Dieser mutige Schritt erweist sich heute als richtig und wird dem Anliegen Bruno Grönings gerecht, der erklärt hatte: "Ich bin nicht für eine kleine Gruppe von Menschen gekommen. Ich bin für alle Menschen gekommen, egal welcher Religion und Nation." Im Jahre 1992 erfüllte sich ein Herzenswunsch von Grete Häusler: Eine Gruppe von Ärzten um den Hamburger Mediziner Matthias Kamp formierte sich und begann, die berichteten Heilungen nach streng wissenschaftlich-medizinischen Kriterien zu überprüfen und in einer Dokumentation aufzubereiten. Damit wurde endlich, da ist sich Grete Häusler sicher, der Zwiespalt zwischen geistiger Heilweise und herkömmlicher Medizin überwunden ein Anliegen, für das sich Bruno Gröning noch vergebens eingesetzt hatte. Heute umfasst die Medizinisch-Wissenschaftliche Fachgruppe (MWF) etwa 1 800 Angehörige aus allen Heilberufen. Eigene Gemeinschaften für Kinder und Jugendliche sind entstanden, die einen wohltuenden Kontrast zum hektisch-aggresiven Zeitgeist bilden. In der "Gemeinschaft der Hilfebedürftigsten" hat sich die junge Petra Rüther zum Ziel gesetzt, Drogensüchtigen einen Ausweg aus der Abhängigkeit zu zeigen; sie selbst ist durch Bruno Grönings Lehre vom Rauschgift losgekommen. Schon lange beschränkt sich Grete Häuslers Wirken nicht mehr nur auf Deutschland und das benachbarte Ausland. Aus allen Teilen der Welt kommen inzwischen Anfragen und Einladungen, und das Informationsmaterial muss bereits in 31 Sprachen übertragen werden. Grete Häusler: "Bruno Gröning hat in einem seiner Vorträge einmal gesagt: Die Erde droht zu zerspringen; sie wird aber nicht zerspringen, denn ich werde einen Ring um die Erde legen. Die Bedeutung dieser Worte ist mir erst später bewusst geworden. Der Ring ist der Kreis der Menschen, die sich an der Hand halten und gemeinsam die Lehre von der geistigen Heilweise praktizieren. Deshalb ist es mir so wertvoll, dass ich diese Freunde leiten darf." Ganz besonders gross ist das Interesse der Menschen in Osteuropa und Russland. Dort sind es gerade Ärzte und Naturwissenschaftler, die der Lehre Bruno Grönings offen und mit unverhohlener Sympathie begegnen. Dazu hat nicht zuletzt das Schicksal eines Mannes beigetragen, der bei Aufräumarbeiten nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl völlig verstrahlt und von den Ärzten als unheilbar aufgegeben worden war. Er hörte von Grönings Lehre, machte sich mit ihr vertraut und war nach acht Monaten vollständig genesen. Für viele Betroffene, nicht nur in der Region um Tschernobyl, ist die internationale Gemeinschaft der Bruno Gröning-Freunde seitdem zu einem echten Hoffnungsträger geworden. Überall gilt: Der Zugang zu den örtlichen Gemeinschaften des Bruno Gröning-Freundeskreises steht jedem offen, der Heilung sucht oder geheilt worden ist, und ist weder mit Kosten noch sonstigen Verpflichtungen verbunden. |