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EIN STÜCK HEIMAT GEFUNDENGemeinschaft ehemaliger Strassenkinder in Sao Paulo
Fortaleza (gnm). Als ich im September 1999 den Bruno Gröning-Freundeskreis durch den
Informationsvortrag eines Arztes kennen lernte, dachte ich sofort, dass das eine wichtige Hilfe für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die Mitarbeiter in einem mir seit langem bekannten Strassenkinderprojekt sein könnte.
Nach einem einführenden Vortrag zeigten sich Mitarbeiter/innen der "Barraca da Amizade" (Hütte der Freundschaft) und Jugendliche interessiert, eine Jugendgemeinschaft in dem seit über 15 Jahren bestehenden Strassenkinderprojekt ins Leben zu rufen. Hier werden Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren aufgenommen, die eine Alternative zum Leben auf der Strasse suchen. In den meisten Fällen waren diese Kinder durch unerträgliche familiäre Situationen auf die Strasse geflüchtet, wo sie sich vorwiegend durch Betteln und Stehlen am Leben erhielten. Dort kamen sie dann auch in Kontakt mit Drogen, die zur Betäubung des Hungergefühls benutzt wurden. Ohne nach Hause zurückzukönnen, ohne eine Bleibe und ohne Erziehung und Ausbildung hatte das Leben keine Perspektive für sie. Ein erster Schritt in ein geordnetes Leben So kann auch diesen Jugendlichen die Lehre Bruno Grönings helfen, die Schwierigkeiten in allen Situationen des Lebens zu überwinden und einen ständigen Wegweiser und Helfer an ihrer Seite zu haben. Anderen helfen Kontakte zu deutschen Jugendlichen |
LAHME GEHEN, BLINDE SEHENBruno Grönings Wirken 1949 - "Das Wunder von Herford" (1. Teil) Köln (the) Im Frühjahr 1949 wurde Bruno Gröning - ein bis dahin unbekannter Zimmermann aus Danzig - über Nacht weltbekannt. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde vom "Wunderdoktor", wie er bald genannt wurde. Von unfassbaren Heilungen war die Rede, ein Elendsheer setzte sich in Bewegung und monatelang pilgerten täglich Hunderte und Tausende Heilungssuchende zu seinen Wirkungsstätten. Den Anfang nahm das ganze Geschehen in Herford in Westfalen. Dr. phil. A. Kaul hat die Geschehnisse seinerzeit miterlebt und in einer Broschüre festgehalten. Hier ein Auszug: Der Menschheit ganzer Jammer fasst mich an In der Nacht zum 17. Juni 1949 wollte die Polizei etwa 50 Mütter mit ganz kleinen Kindern die Nacht über in Baracken unterbringen; es half aber kein Zureden, sie wichen und wankten nicht von ihrem Platz, und auch der einsetzende Regen bewegte die Menschen nicht zum Fortgehen. Aus allen Gegenden Deutschlands strömten sie hier zusammen, die Hoffnungslosen und Beschwerten, die Jünglinge und die Greise, Frauen, Mädchen, Kinder, aus allen Ständen und Schichten, Amerikaner, Engländer, Belgier, Schweizer, Schweden, Ungarn, Polen, ja selbst Zigeuner, die nach der erfolgten Heilung eines stummen Zigeunerkindes sich hier in Scharen einfinden. Lahme, Blinde, Taube, eine Gemeinschaft des Elends und der Not. Arme Menschen, ob sie nun in Luxuswagen sitzen oder sich mühsam auf ihren Krücken fortbewegen. Hoffnungslose und Hoffende, Müde und Verzweifelte, hundert- und tausendfältig ist nur der eine Wunsch: Heilung zu finden! Sie fragen ja alle nicht danach, ob das, was hier geschieht, den Genehmigungsvermerk einer Dienststelle, einer Behörde oder eines Ministeriums trägt, ob die Wissenschaft dafür oder dagegen ist, ob der, der sie heilen soll, ein Messias oder ein Schriftgelehrter ist, sie wollen geheilt werden von ihrer menschlichen Pein, sie wollen wieder tatenfrohe Menschen werden, sie wollen wieder gesunden. Zwischen diesem menschlichen Elend und dem entstandenen Streit um Bruno Gröning klafft ein Abgrund menschlicher Unzulänglichkeit. Es melden sich die Zweifler, die Skeptiker, die Sensationslüsternen, die Konkurrenten, die Neidischen, die Schwätzer, die Poseure, die Eingebildeten und Überheblichen. Sie alle glauben, etwas dazu sagen zu müssen, das Recht und das Gesetz zu vertreten, die öffentliche Ordnung und die Sicherheit zu beschützen. Angesichts dieses Elends und der erschütternden Sprache dieses Bildes sollten sie aber alle schweigen und sehen und sich stumm abwenden. Wenn ein Mensch, der 20 Jahre lang Ein Arzt bringt seine Patienten Gröning stellt keine Diagnose. Dem Tbc-kranken jungen Mann sagt er auf den Kopf zu, er
Der an beiden Beinen gelähmte Junge sitzt mit zwei Krücken neben seiner Mutter: 'Mein Junge, stehe auf!' Die Mutter fällt ins Wort: 'Er kann nicht aufstehen, er ist doch gelähmt!' Gröning dreht den Kopf herum. 'Das sollen Sie nicht sagen!', fährt er sie fast hart an, 'Sie halten ja die Krankheit Ihres Kindes fest! Mein Junge, stehe auf, du kannst es!' Rote Flecken auf dem schmalen Kindergesicht, der Mund zittert, und Tränen rollen aus den Augen. Ergriffen sehen die zahlreichen Menschen in dem Raum, wie sich der Junge aus dem Sessel aufrichtet und nun dasteht, allein, ohne seine Krücken. 'Und nun komm zu mir!' Unsicheren Schrittes geht er auf Gröning zu, der ihm die Hand reicht und ihm lange in die Augen sieht. Liebevoll streicht er über das Haupt des Kindes und schickt es zur Mutter zurück: 'Langsam weiter üben, nicht zu viel verlangen, die Beine sind noch zu schwach! Für den Heimweg nochmals die Krücken, die kannst du aber bald wegwerfen!' Glückliche Kinderaugen und eine glückliche Mutter sind der Dank. Das junge Mädchen mit den chronischen Kopfschmerzen ist schon, bevor Gröning es anspricht, geheilt. Nein, es hat keine Schmerzen mehr. 'Wollen Sie die Schmerzen wiederhaben?' 'Nein, nein, um Gottes Willen, nein', kommt es von den Lippen. Und der Arzt? Er hat wortlos diesen Vorgängen zugesehen. Er reicht Gröning die Hand: 'Herr Gröning, ich stehe Ihnen ganz zur Verfügung, ich bekenne mich zu Ihnen!' Gröning: 'Ich gebe Ihnen drei Stühle frei für Ihre Patienten! Nehmen Sie schwere und auch leichte Fälle, und geben Sie mir Nachricht. In vierzehn Tagen hören Sie Weiteres von mir!' Der Fernsprecher läutet andauernd. Anruf aus dem Krankenhaus in B. Eine Patientin verlangt dringend nach Gröning. 'Sagen Sie, dass ich nicht weg kann. Ich habe noch bis morgen früh zu tun, ich werde aber helfen. Notieren Sie die Uhrzeit. Rufen Sie um neun Uhr früh nochmals an!' Wieder ein Anruf: 'Ja, ich habe es versprochen, dass ich komme. Um fünf Uhr fahren wir hier ab. Ich bin dort und helfe!' " Fortsetzung folgt |