Pressespiegel damals, Deutschland:
"Zeitungsblitz", Sonderausgabe über Grönings Erfolge, Ausgabe Nr. 1, Anfang
Sept. 1949

"Die Nacht der grossen Heilungen"
Mit folgenden Zeilen bringen wir Ihnen einen objektiven Tatsachenbericht
unseres Sonderberichterstatters, der als Vertreter der Presse während der von vielen
hundert Menschen miterlebten Heilversuche im Traberhof am 27. und 28. August sich 15
Stunden an die Fersen des grossen Heilspenders B r u n o G r ö n i n g heften konnte.
Die ersten Heilungen des Tages
Unser Korrespondent berichtet:
Schon der Vormittag brachte für die vielen Heilungssuchenden, die zu Mittag in
Sprechchören nach "Ihrem Gröning" riefen, das grosse Glück, dass sich dieser
in kurzer Ansprache an die vielen Wartenden wandte. Aber nicht davon will ich berichten,
sondern von den selbsterlebten, einmaligen und unvergesslichen Stunden des
Spätnachmittags und Abends:
Irgendwie ist die Luft besonders mit Spannung geladen, aus irgendwelchen Gründen sind
heute, Samstag, besonders viele Leidende und Neugierige vor dem Traberhof und im Garten
zusammengekommen und diese Spannung steigt von Stunde zu Stunde mehr, als bekannt wurde,
dass Herr Gröning heute Abend nochmals zu den Wartenden sprechen wird. Schon werden
Filmapparate auf Balkon, Terrasse und Parkplatz aufgebaut und immer mehr Menschen strömen
herbei.
Ich erkundige mich inzwischen nach den neuesten Heilungserfolgen, deren nüchterne
Reportage ohne Sensationshascherei ich dem Leser und dem Kreis um Gröning schuldig zu
sein glaube.
Da wird mir von Frau Würstl aus Rosenheim, Münchnerstr. 42, glaubwürdig berichtet,
dass sie sich bis heute Mittag auf Grund ihrer Lähmung nicht beugen und keinen Fuss vom
Boden heben konnte. Freudestrahlend ging sie erstmals ohne fremde Hilfe nach der Ansprache
Grönings ihrem Gatten entgegen und kann sich auch wieder bücken wie jeder gesunde
Mensch.
Da stand, ähnlich wie Herr Haas aus München eine Frau aus Endorf im Fahrstuhl auf,
die wir alle nur liegend kannten, und machte ihre ersten Gehversuche.
Ich setze mich an den Tisch eines Bekannten, dessen Gattin, die Filmschauspielerin
Karin
L E M B E C K , aus München-Laim, eine markante, brünette Erscheinung, allen
"Dauergästen" bekannt ist. Sie erzählt mir von der Heilung der monatealten
Nervenlähmung ihres linken Armes mittels telephonischer Fernheilung vormittags zehn Uhr
durch Gröning. Mit dem Moment der Ankunft am Traberhof wurde der
"Strahlenkreis" Grönings augenblicklich und so urplötzlich wirksam, dass Frau
L. Blutwallungen heiss und kalt überrieselten und zu dem Ausruf veranlasst wurde:
"Um Gotteswillen, was ist denn mit meinem Arm? Ich spüre ihn nicht mehr!"
und mit demselben "Vermissten" und gelähmten Arm den sie früher nicht
einmal zur Tischhöhe bewegen konnte, fährt sie sich unwillkürlich ins Gesicht und
wenige Augenblicke später schon völlig frei über ihren sehr grossen Sommerhut. Da
bricht sie vor innerer Erregung in Tränen der Freude und des Dankes aus, Tränen, die
alle Worte ersetzen mussten. Erst Stunden später ist es ihr möglich, Herrn Gröning die
Hand aus übervollem und dankbarem Herzen zu schütteln, doch der grosse Helfer wehrt
bescheiden ab: "Nicht mir gebührt der Dank, sondern dem Schöpfer dort oben, der mir
die Kraft gab, heute früh bei dem Telephongespräch mit Ihrem Gatten diese Heilung
einzuleiten, die Gott im Augenblick Ihres Eintreffens ohne mein Zutun vollendete. Ihr
Glaube hat Ihnen geholfen, gnädige Frau!"
Eine zweite Dame, Frau Wagner aus München Laim, aus dem gleichen Kreis Lembeck,
seit vier Jahren durch Gehirnembolie mit inzwischen zwar gebesserter, linksseitiger
Nervenlähmung befallen, wird im Garten "fernangepeilt", indem sich Gröning von
den oberen Räumen aus mit ihr befasst. Wir verfolgen gespannt die Einwirkungen, doch
vermochte die Dame sich im herrschenden Trubel nicht die notwendige Konzentration
aufzuerlegen. Aus demselben Grunde brachte auch ein späterer Versuch zur nächtlichen
Stunde im persönlichen Gegenüber mit dem Meister kein befriedigendes Ergebnis, da die
innere Bereitschaft, die Konzentration der Sinne und das n o c h m a l i g e Vorstellen
wenige Stunden nach der Fernbehandlung schwer hinderlich war.
Hier, wie in weiteren zwei Fällen wurde der eklatante Beweis erbracht, dass ein n o c
h m a l i g e s Vordringen zu Herrn Grönings Privaträumen, in der Annahme, dass die
telepathische Behandlung ihre Wirkung verfehlt hätte, dem grossen Heilspender gegenüber
nur ein Zeichen von Misstrauen ist.
Und nun ist es plötzlich so weit. Dichtgedrängt stehen viele hundert Menschen. Es ist
7.30 abends geworden. Langsam fallen die abendlichen Schatten ein. Die Pferde sind längst
von den Koppeln verschwunden und die Sonne vergoldet unsere herrlichen blauen Berge. Die
Spannung wird immer grösser, ja unerträglich. Da tritt Gröning umjubelt kurz auf den
Balkon und bittet um wenige Minuten Geduld um sich in der Stille auf die vielen Menschen
einzustellen, die er ersucht, sich ebenfalls zu konzentrieren. Herr S., aus seinem
Mitarbeiterkreis, dirigiert die Kranken nach vorne ins Blickfeld, gibt leise Anweisungen,
wie sie sich zu verhalten haben: Die Hände flach auf die Knie, keine Tuchfühlung, die
Gedanken von der Krankheit abgewandt, so lauten seine Ratschläge. Gerade diese
spannunggeladene Erwartungsstille, diese innere, seelische Vorbereitung auf den Moment der
Heilkraftwirkung Grönings, bringt den grösstmöglichsten Heilerfolg. Kaum ein Flüstern
geht durch die Menschenmenge. Es ist unmöglich, die Situation und die Stimmung zu
schildern, diese glaubensvolle, erschütternde Atmosphäre zu beschreiben, in der diese
armen gequälten Menschen, mit allen ihren sichtbaren und unsichtbaren Leiden, mit mehr
oder minder festem Glauben auf den Augenblick ihrer Heilung warten.
Inzwischen sind 15 Minuten mit der Vorbereitung für die Aufnahmen zu einem
Dokumentarfilm vergangen, Minuten, die man nur einmal zu erleben glaubt, so voll
energiegeladener Erwartung, dass man das eigene Herz klopfen fühlt und das seines
Nachbarn zugleich. Ein Mitarbeiter Grönings befragt zwischendurch die Einzelnen, woher
sie kämen. Ortsnamen aus allen Teilen und Zonen Deutschlands sind vertreten, aus dem
Allgäu und dem Schwabenländle, aus Köln und Frankfurt, von Ober- und Niederbayern, vom
Bodensee und von der Waterkant, ja sogar aus Berlin und natürlich viele Einheimische.
Eine besondere, persönliche Freude bereitete es später Herrn Gröning, dass ihn ein
alter Kriegskamerad, der sich unter den Wartenden befand, aufsuchte und mit ihm in
Karelien und Finnland das harte Los der russischen Gefangenschaft teilen musste. Die Menge
wird nochmals gebeten, keinerlei Fragen an Herrn Gröning zu richten und sich ganz auf das
einzustellen, was Gröning sprechen wird.
Gröning spricht zu den Wartenden
Nun ist die Dämmerung vollends hereingebrochen. Von allen Seiten flammen die
Jupiterlampen auf, die Filmapparate beginnen leise anzulaufen. Jeder andere Laut verstummt
völlig und alle Blicke richten sich zum Balkon, auf dem nun um 20.15 Herr Gröning in den
Kreis seiner Gastgeber, Mitarbeiter und Geheilten tritt. Minuten tiefster Stille folgen,
in denen der grosse Helfer der Menschheit die Hände faltet und zum Himmel blickt. Dann
stellt er den vollständigen Kontakt mit seinen g l ä u b i g e n Heilungssuchenden her,
indem er jedem Einzelnen in das erregte Gesicht sieht.
Nun beginnt Gröning mit jener warmen, sympathischen Stimme, die soviele zu fesseln
vermag, einfache und von tiefster Gläubigkeit getragene Worte zu sprechen:
"Meine lieben Heilungssuchenden! Wie jeden Tag so auch heute, finden sich Menschen
hier ein, arme und gequälte Menschen, die Heilung suchen und auch finden werden. Aber
auch solche, die die reine Neugierde hierhertrieb, einzelne die es selbst wissen, dass sie
Skeptiker sind. Ich fühle das ganz genau und ich bitte Sie Ihre Gedanken mehr abzudecken
und sich erst von den Tatsachen zu überzeugen. Es handelt sich hier nicht um Schaukünste
und billige Vorführungen von Wundern, dazu ist die Stunde zu ernst und das Leid der
Menschen um mich herum zu gross.
Ich habe niemanden hierhergerufen, im Gegenteil, ich habe Sie gebeten abzuwarten bis zu
dem Tage, wo Ihnen die Hilfe in geordneten Verhältnissen zuteil werden kann.
Wer nicht an mich glaubt, der braucht nicht mehr zu kommen!
Ich weiss, dass viele unter Ihnen schon in diesem Augenblick einer Heilung
entgegengehen! Ich beabsichtige, hier in O b e r b a y e r n zu bleiben und ich bitte Sie,
haben Sie Geduld, bis mir die Erlaubnis zur öffentlichen Heilung erteilt wird und die
Heilstätten errichtet sind. Ein Recht auf Heilung aber hat nur der, der den göttlichen
Glauben in sich trägt. Leider gibt es Menschen, die seit Jahren diesen verloren
oder in den Schmutz gezogen haben.
Ich gebe Ihnen zu wissen: Der alleinige Arzt, der Arzt aller Menschen ist und bleibt
unser
Herrgott! Nur er allein kann helfen. Er hilft aber nur Gläubigen, die
gewillt sind, ihr altes Leiden von sich zu werfen. Sie brauchen nicht an den kleinen
Gröning zu glauben, aber Zutrauen müssen Sie zu mir haben. Nicht ich will ihren Dank,
sondern Gott allein gebührt er ich tue nur meine Pflicht!
Da Sie ja nicht aufgeklärt sind, gebe ich Ihnen zu wissen, dass Sie die Angst
und das Geld zu Hause lassen können, aber Ihre Krankheit und viel Zeit immer
mitbringen müssen, um die ich Sie dann beraube. Sie alle sollen Mensch zu Mensch sein;
nicht gehässig, nicht falsch, niemandem etwas Schlechtes tun und nie neidisch sein. Das
beste und grösste Geschenk in diesem Erdenleben ist nicht Reichtum, nicht das Geld,
sondern die Gesundheit, die mehr wert ist als alles Gut der Erde. Sie haben von meinem
Mitarbeiter gehört, wie Sie sich verhalten sollen, damit Sie die grösstmöglichste
Wirkung an sich verspüren. Ich will hier keine öffentliche Heilung vollziehen! Ich muss
erst zuverlässig wissen, dass ich öffentlich helfen darf. Doch ist es bisher immer so
gewesen, dass Menschen, die sich in meiner Nähe befanden, schon gesundet sind. Sie
brauchen mir Ihre Leiden nicht aufzuzählen, ich sehe durch Sie hindurch und weiss alles
von Ihnen!"
Herr Gröning zeigte nun an einigen einfachen Proben seine Beeinflussungskraft, die
durch Zuruf ihre Bestätigung fand und fuhr dann fort:
Es hat nun Jeder das empfangen, was er haben wollte; doch nur d e r , der sich mit
seinem Herrgott verbunden fühlte.
Ich will von hier aus, als der Urzelle, wenn alles glückt, mehrere Heilstätten in
engster Zusammenarbeit mit den Ärzten errichten, um Ihnen allen zu helfen. All denen, die
für Ihre erkrankten Angehörigen zu mir kamen, will ich sagen:
Ich bin schon bei ihnen!
Wenn Sie nach Hause kommen, werden Sie feststellen, dass der Kranke nicht mehr genau
derselbe ist, als den Sie ihn verlassen haben!"
Lang anhaltender Beifall dankte dem selbstlosen Mann für seine Worte.
Zwei Regierungsvertreter für Gröning
Da trat völlig unerwartet und spontan der Münchener Polizeipräsident P i t z e r aus
dem Hintergrund:
"Meine lieben Rosenheimer! Ich spreche hier zu Ihnen aus meinem heutigen
persönlichen Erlebnis. Ich bin hierher in erster Linie als kranker Mensch gekommen, aber
auch als bayerischer Beamter und Beobachter. Ich habe nie in meinem Leben eine derart
hervorragende Diagnose, selbst nicht von berühmtesten Professoren, erhalten wie hier von
Herrn Gröning in wenigen Augenblicken, ohne dass er meinen Körper auch nur berührte.
Ich persönlich glaube fest an meine Heilung und ich trage bis zu den h ö c h s t e n R e
g i e r u n g s s t e l l e n hinauf die Verantwortung für das, was hier geschieht, ob es
nun gewissen Herren, Sie wissen schon, welche ich meine, in Ihren Kram passt oder nicht.
Das Entscheidende ist, dass den Kranken geholfen wird. Ich stehe seit vier Jahren Tag und
Nacht im Einsatz und habe mir ein schweres Leiden dabei geholt, für dessen Heilung ich
schon ein halbes Vermögen vergeblich geopfert habe. Ich spreche für mich und für Sie
alle und es soll überall gehört werden, weil ich für alle anständigen Menschen
gesund bleiben muss. Ich danke Ihnen, Herr Gröning, für Ihre Hilfe. Möge der Herrgott
Ihnen die Kraft verleihen, dass Sie all den vielen Menschen helfen können, die mit
starkem Glauben und aufgeschlossenem Herzen zu Ihnen kommen.
Haben Sie weiterhin restloses Zutrauen an die Heilkunst Grönings und helfen Sie alle
mit, die letzten Schwierigkeiten zu überwinden. Mein Freund im Landtag wird dafür Sorge
tragen, dass eines Tages, vielleicht schon bald, Herr Gröning die Heillizenz erhält.
Hierauf ergriff Landtagsabgeordneter der C S U , H a g n das Wort:
"Ich wollte eigentlich nicht sprechen, weil ich der Angelegenheit Gröning sehr
skeptisch gegenüber stand und wollte mich persönlich überzeugen von dem, was hier
vorgeht. Ich habe heute soviel Erschütterndes erlebt, dass mir die Worte fehlen, dies zu
schildern. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen. Ich bitte Sie alle, glauben Sie an die
Berufung des Herrn Gröning!"
Wiederum brauste stürmischer Beifall der erregten Menge auf.
Die nächtlichen Heilungen im Traberhof
Nun befasste sich Gröning vom Balkon herab mit einigen schweren und ebenso
bedauernswerten Fällen von Lähmungen.
Die seit Tagen im Traberhof wartende Frau Monika B a u m g ä r t n e r aus Bad
Aibling, die vor drei Jahren durch Absturz vom Watzmann eine Wirbelsäulenverletzung und
vollständige Läson der gesamten unteren Körperpartie nach sich zog, ringt sich unter
schwersten Anstrengungen und ungeheurem Schweissausbruch zum ersten Mal seit Jahren wieder
zu einem, wenn auch kurzen Stehen, durch. Jetzt fordert Gröning andere Kranke mit
lahmen und steifen Gliedern auf, diese zu bewegen oder abzubiegen. Ich kann mich nur mit
Mühe zu dem bedauernswerten Versehrten Herrn Georg
A i g n e r , Rosenheim-Thallerbräu, durchdrängen, der mir eben freudestrahlend
demonstriert, wie er unter lautem Knacken verbissen die eingetrockneten Gelenke beugt und
stolz die linke Ferse aufs rechte Knie stellt und umgekehrt. Das war der zweite Fall
für die Skeptiker, von dem sich alle Anwesenden überzeugen konnten. Bei einem
Bäckermeister aus Bad Aibling schliesslich, verlor sich in wenigen Minuten ein jahrealter
Nervenschock bis auf geringe Restspuren, die ihm Gröning in einigen Wochen zu nehmen
verspricht.
Nun spricht Gröning noch einmal zum staunenden Volke:
"Wenn bei Ihren Bekannten und Verwandten zu Hause eine Besserung eingetreten ist,
geben Sie mir hierher baldigst Nachricht mit dem h e u t i g e n D a t u m als S t i c h t
a g , damit ich weiss, wieviel Heilungen heute vollzogen wurden.
Ich wünsche Ihnen allen eine recht Gute Nacht und volle Genesung im Namen
Gottes."
Damit trat der grosse Heilspender mit seinen Mitarbeitern in die Wohnräume zurück, um
hier ohne jede Pause seit dem frühen Morgen an den ihm von Ärzten und Presse
vorgeführten Fällen seine Heilkunst weiter mit Erfolg zu beweisen.
Während ich mich bis jetzt, um den engsten Kontakt mit den Kranken zu haben,
ausschliesslich bei diesen aufhielt, konnte ich nun auf Einladung der Familie H a w a r t
unmittelbar der Behandlung schwerster Fälle beiwohnen. Durch die lange Reihe der im
Vorraum Wartenden betrat ich die Privaträume. Schon beim Eintritt konnte ich mich eines
gewissen Fluidums trotz aller Objektivität nicht erwehren. Da trat schon Herr Gröning
auf mich zu und drückte mir fest die Hand. Ich hatte einen Moment lang das Gefühl, als
ob sein starker und dennoch überaus freundlicher Blick durch mich hindurchginge. Seine
ersten Worte an mich zeugten von der grossen Enttäuschung, die er schon mit der Presse
erlebt hatte.
Während einiger interessanter Behandlungen von Kinderlähmungen mit sichtlichem
Erfolg, wurde im exotisch ausgestatteten Wintergarten um die Mitternachtsstunde ein Zirkel
vorbereitet. Unter den Strahlen von vier Jupiterlampen versammelten sich 24 Personen,
darunter der behandelnde Arzt zweier Patienten, Herr Dr. Meyer, Versehrtenkrankenhaus Bad
Tölz, ferner eine Ärztin, ein Medizinstudent und das Begleitpersonal der nicht
Gehfähigen. Unaufhörlich trommelt der Regen aufs Glasdach und die drei
Filmoperateure stellen ihre Kameras auf die Patienten ein. Jeder einzelne Fall wird vor,
während und nach der Behandlung für einen Dokumentarfilm zur Aufklärung der breiten
Masse aufgenommen. Gröning bereitet sich wie immer im Nebenraum auf die Behandlung vor.
Sein Assistent, Herr Schmidt, erscheint und bittet auch hier die Anwesenden sich
äusserlich und innerlich auf die bevorstehenden Heilungsversuche zu konzentrieren. Dabei
macht er offenbar als Medium Grönings die verblüffende Mitteilung, dass
sich unter den Anwesenden ein Herr befände, der sich in seiner unbegründeten Skepsis
innerlich umstellen oder aber den Raum verlassen möchte, um die psychischen Verbindungen
mit den Heilungssuchenden nicht zu unterbrechen. - Doch es verlässt niemand den Raum.
Da erscheint im Türrahmen Gröning und bittet die Anwesenden, sich nur darauf zu
konzentrieren, was in jedem einzelnen Körper vorgeht.
Gröning tritt in den Kreis und beschäftigt sich offenbar intensiv mit Frau
Baumgärtner, aus Bad Aibling, die ihm hier oben noch einmal persönlich vorgestellt wird.
Erwartungsvolle Stille tritt ein. Abwechselnd beginnen die Filmapparate zu summen.
Plötzlich dreht sich Gröning um und fragt die besprochene Patientin: "Und was
empfinden Sie jetzt?" Meist lautet die Antwort: ein Kribbeln in den Füssen, ein
Ziehen in den Waden, ein stechender Schmerz in der Nieren- oder Blasengegend, ein heftiges
Rumoren in den Gedärmen, ein Druck in der Magengrube, oder es offenbart sich für alle
sichtbar ein heftiges Durchschütteln des ganzen Körpers. So oder ähnlich zeigen sich
die Behandlungssymptome fast bei jedem Patienten. Nun fixiert der Meister auf den
Zentimeter genau die kranke Stelle, die die Lähmung hervorgerufen hat. Er lässt Frau B.
dreimal tief Luft holen. Da schreit die Patientin plötzlich auf. " D u r c h !
" Von der Patientin abgewandt und für diese nicht sichtbar, demonstriert Herr
Gröning den Ärzten mit einer verblüffenden Fingersprache, wie man ohne operativen
Eingriff einen bestimmten Nerv durchtrennen und wieder zusammennähen kann, wobei die
Patientin all die Schmerzen dieser Operation zu verspüren glaubt. In der weiteren
Behandlung fühlt sich die Patientin "leicht", sie spürt kaum mehr ihren
Körper, zeigt zunehmend euphorische Empfindungen, schwankend hebt sie den linken Arm,
stützt sich auf Stuhllehnen und macht ihren zweiten Stehversuch:
"Sie wird in Kürze wieder laufen!" lautete die Diagnose Grönings.
Behandlung schwerer Fälle
Ein vor Jahren fast noch erblindetes 8jähriges Mädchen, Evelyn G s c h w i n d aus M
ü n c h e n , mit schweren Hornhautschäden und bisher fünf Operationen, sieht schon
nach mehrmaliger Behandlung am selben Tage o h n e Brille mehr als es je gesehen hat, z.B.
die in 500 m Entfernung vorbeifahrende Eisenbahn. Den angegebenen Schleier vor dem linken
Auge lässt Gröning der kleinen Evelyn durch Auflegen und rasches Abziehen ihrer linken
Hand vor der Augenhöhle auf seine Anordnung wegnehmen, worauf sie befreit jede Einzelheit
im Raum angeben kann.
Jetzt lässt Gröning drei Herren aus der Begleitung von Patientinnen ersuchen, auf den
Balkon zu treten, da sie ablenkend auf ihre Schutzbefohlenen wirken. Nun verteilt er
Papierkügelchen aus leeren Zigarettenpackungen, mit eigener Hand geknetet, die
augenscheinlich ein Depot magnetischer Kraft in sich tragen und so begehrt sind, dass sie
schon am schwarzen Markt in München natürlich als üble Fälschung
verkauft werden.
Diese "Kraftträger" sollen über die räumliche Entfernung hinweg den
Kontakt vom Patienten zu Gröning herbeiführen und die unbedingt notwendige Konzentration
für Fernbehandlungen erleichtern.
Inzwischen beginnt im Osten schon der Tag zu grauen und immer noch zeigt der Meister
keinerlei Ermüdungserscheinungen. Die Kraft seiner Ausdauer überträgt er offensichtlich
auf seine Besucher, denn auch von diesen will niemand die "Wunderstätte"
verlassen. Der Begriff Schlaf ist für Gröning ein Fremdwort. Eine rasche Handbewegung
von der Stirne über seinen markanten Schädel zum Hinterkopf, nimmt ihm jede geringste
Spur von Müdigkeit. Unaufhörlich jedoch glimmen in seiner Hand die Zigaretten und seine
Nahrung besteht nur aus kleinen Portionen.
Da wird der immer wieder Begehrte zu einem sehr schweren Fall in den Hinterhof geholt,
wo bereits seit Tagen der 35jährige Herr Fischhaber aus Bad Tölz auf ihn als letzte
Hoffnung wartet. Durch Bob- und Motorradunfall zog sich Herr F. teilweise Lähmungen von
Körperpartien zu, die sich seit Mai 1949 laufend verschlechterten. Drei ärztliche
Gutachten namhaftester Münchener Professoren schwanken zwischen Benzingasvergiftung,
Wirbelsäulenverletzung, Geschwülste der Hauptnervenstärge und der neuesten Feststellung
einer Zwischenhirnverletzung des Arztes, der ihn heute zur Gröning brachte. Schon vor
zwei Monaten suchte Herr F. Gröning Herford auf, wo ihm dieser Heilung versprach.
Während nach dem Herforder Besuch das durch die jahrelange medikamentöse Behandlung
hervorgerufene Nierenleiden völlig verschwand, blieb bei den anderen
Krankheitserscheinungen ein Teilerfolg aus. Die Vorbereitung zu dieser morgendlichen
Konsultation schuf Gröning bereits in den Abendstunden durch Fernbehandlung über sein
Medium, während dieser F. heftiges Kribbeln in der linken Hand, und in der linken Wade,
sowie im Vorderfuss muskelkaterähnliche Wahrnehmungen machen konnte.
Den Grund für das bisherige Ausbleiben einer offensichtlichen Heilung oder Besserung
gibt Herr Gröning in einer geradezu aufsehenerregenden "hellseherischen"
Erklärung an und sagt wörtlich:
"Hüten Sie sich vor einem befreundeten Ehepaar, das Ihnen nicht wohl gesinnt ist.
Die Frau trägt schwarze Haare, der Mann ist dunkelblond, Scheitel, ca. 1.70 m gross.
Dieser Mann wird wenn Sie es genau wissen wollen zwei Tage nach Ihrer
Rückkehr von hier, und zwar um 6.00 Uhr abends Ihr Haus betreten. Sie erkennen ihn daran,
dass er sich noch bevor er die Tür schliesst mit einem weissen Taschentuch
die Nase säubert. Dieser Mann verhindert bis heute Ihre Heilung durch mich, da er sich
bereits öffentlich abfällig darüber ausgesprochen hat. Diese Person steht zwischen
Ihnen und mir und unterbindet den notwendigen Kontakt. Meiden Sie diesen Herrn und Sie
werden in Kürze gesund werden."
Des Heilspenders letzte Worte, die er mir mit auf den Nachhauseweg gab und die
richtunggebend für seine zukünftige Arbeit sind, waren:
"Ich möchte meine Patienten in wenigen Minuten mit folgenden Worten heilen:
GRÜSS GOTT! SIE WAREN KRANK! AUF WIEDERSEHN!
A. Stecher
Anmerkung der Redaktion!
Soweit der Bericht unseres Korrespondenten, den wir ohne Stellungnahme wiedergeben.
Unsere Leser mögen sich nun aufgrund dieser Tatsachenschilderungen selbst ein Urteil
bilden über Grönings-"Heilkunst" und ob seine sofortige Zulassung als
"Arzt der Naturheilkunde" im Interesse vieler Kranken und Körperbeschädigten
durch das zuständige Staatsministerium notwendig ist.
Da Gröning beabsichtigt, vorläufig weiterhin im Traberhof bei Rosenheim zu bleiben,
werden wir zu gegebener Zeit weitere "Sonderausgaben" bringen.
Briefe oder sonstige Vermittlungen an Herrn Gröning weiterzuleiten, ist uns nicht
möglich. Selbstverständlich kann j e d e r I n t e r e s s e n t Briefe (ohne Photos)
oder andere Mitteilung an seine Adresse
Herrn Bruno Gröning, Rosenheim-Land, Traberhof,
richten. Andere, vielleicht auf dem schwarzen Markt kursierende Anschriften sind
falsch. Von persönlichen Besuchen bittet Herr Gröning bis zu seiner offiziellen
Zulassung Abstand zu nehmen. |